Gegen die Gesundheit: Wie Gesundheit zur neuen Moral wurde

Bewertung:   (4,4 von 5)

Gegen die Gesundheit: Wie Gesundheit zur neuen Moral wurde (M. Metzl Jonathan)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch „Against Health“ enthält eine Sammlung von Aufsätzen, die sich kritisch mit modernen Gesundheitsparadigmen auseinandersetzen und verschiedene Themen wie den Einfluss der Pharmaindustrie, soziale Ungleichheiten und die kulturellen Auswirkungen von Gesundheitsnarrativen behandeln. Während einige Rezensenten die aufschlussreiche Analyse und die gute Zugänglichkeit loben, kritisieren andere, dass es dem Buch an wissenschaftlicher Strenge mangelt und es antiwissenschaftliche Ansichten vertritt.

Vorteile:

Nachdenklich stimmende Essays
gut recherchiert und analytisch
klar und verständlich geschrieben
stellt konventionelle Gesundheitsnarrative in Frage
regt zu kritischem Denken über sozioökonomische Faktoren an, die die Gesundheit beeinflussen.

Nachteile:

Vorwürfe der Wissenschaftsfeindlichkeit
einige Behauptungen sind empirisch nicht belegt
die Kapitel werden für die Fehlinterpretation wissenschaftlicher Literatur kritisiert
von einigen Lesern als falscher Intellektualismus empfunden.

(basierend auf 3 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Against Health: How Health Became the New Morality

Inhalt des Buches:

(Erkundet die unterschiedlichen kulturellen Bedeutungen von Gesundheit und ihre Verflechtung mit Moral im aktuellen politischen Diskurs)

Sie sehen jemanden, der eine Zigarette raucht, und sagen: "Rauchen ist schlecht für Ihre Gesundheit", obwohl Sie eigentlich meinen: "Sie sind ein schlechter Mensch, weil Sie rauchen." Sie begegnen jemandem, dessen Körpergröße Sie für zu groß halten, und sagen: "Fettleibigkeit ist schlecht für die Gesundheit", wenn Sie eigentlich meinen: "Sie sind faul, unansehnlich oder willensschwach." Sie sehen eine Frau, die einen Säugling mit der Flasche füttert, und sagen: "Stillen ist besser für die Gesundheit des Kindes", während Sie damit meinen, dass die Frau eine schlechte Mutter ist. Sie sehen die Raucher, die Überfresser, die Flaschenfütterer und bejahen dabei Ihre eigene Gesundheit. In diesen und zahllosen anderen Fällen hängt die Wahrnehmung der eigenen Gesundheit zum Teil von den Werturteilen über andere ab, und die Berufung auf die Gesundheit ermöglicht es, eine Reihe von moralischen Annahmen heimlich unter dem Radar zu fliegen.

Against Health argumentiert, dass Gesundheit ein Konzept, eine Norm und eine Reihe von körperlichen Praktiken ist, deren ideologische Wirkung durch die Annahme, dass es sich um ein monolithisches, universelles Gut handelt, oft unsichtbar gemacht wird. Und dass Ungleichheiten bei der Häufigkeit und Verbreitung von Krankheiten eng mit Ungleichheiten bei Einkommen und sozialer Unterstützung verbunden sind. Um es klar zu sagen: Die Position des Buches gegen die Gesundheit ist keine Position gegen die Authentizität der Versuche der Menschen, Leiden abzuwehren. Against Health behauptet vielmehr, dass das individuelle Streben nach Gesundheit in einigen Fällen durch die Art und Weise erschwert wird, in der Gesundheit kulturell gestaltet und sozial aufrechterhalten wird.

Das Buch greift auf zweierlei Weise in die aktuellen politischen Debatten über Gesundheit ein. Erstens packt Against Health auf überzeugende Weise die unterschiedlichen kulturellen Bedeutungen von Gesundheit aus und erforscht die Ideologien, die an ihrer Konstruktion beteiligt sind. Zweitens stellen die Autoren Strategien vor, wie es weitergehen kann. Sie fragen: Welche neuen Möglichkeiten und Allianzen ergeben sich? Welche neuen Formen des Aktivismus oder der Koalition können wir schaffen? Wie sind unsere Aussichten auf Wohlstand? Kurz gesagt: Was haben wir, wenn wir keine Gesundheit haben? Against Health argumentiert letztlich, dass die Gespräche von Ärzten, Patienten, Politikern, Aktivisten, Verbrauchern und politischen Entscheidungsträgern über Gesundheit durch die Erkenntnis bereichert werden, dass sie, wenn sie über Gesundheit sprechen, nicht alle über dasselbe reden. Und dass die Artikulation der unterschiedlichen Wertigkeiten von "Gesundheit" zu tieferen, produktiveren und tatsächlich gesünderen Interaktionen über unsere Körper führen kann.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780814795934
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2010
Seitenzahl:226

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