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Genetic Justice: DNA Data Banks, Criminal Investigations, and Civil Liberties
Nationale DNA-Datenbanken wurden ursprünglich eingerichtet, um die Identität von Gewaltverbrechern und Sexualstraftätern zu erfassen.
Seit Mitte der 1990er Jahre haben sich die forensischen DNA-Datenbanken jedoch in einigen Fällen auf Personen ausgedehnt, die lediglich festgenommen wurden, unabhängig davon, ob sie eines Verbrechens angeklagt oder verurteilt wurden. Die Öffentlichkeit ist sich dieser Veränderungen und der Fortschritte, die die Biotechnologie und die forensische DNA-Wissenschaft ermöglicht haben, weitgehend nicht bewusst.
Doch viele Bürgerinnen und Bürger beginnen zu begreifen, dass die uneingeschränkte Sammlung von DNA-Profilen unsere grundlegenden Freiheiten und Rechte gefährden könnte. Zwei führende Autoren auf dem Gebiet der Medizinethik, der Wissenschaftspolitik und der bürgerlichen Freiheiten befassen sich eingehend mit der Frage, wie die Vereinigten Staaten den Einsatz der DNA-Technologie, insbesondere die Verwendung von DNA-Datenbanken in der Strafjustiz, mit den Rechten der Bürger auf Privatsphäre in Einklang gebracht haben. Krimsky und Simoncelli analysieren die verfassungsrechtlichen, ethischen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen der erweiterten DNA-Sammlung in den Vereinigten Staaten und vergleichen diese Ergebnisse mit Trends in Großbritannien, Japan, Australien, Deutschland und Italien.
Sie untersuchen viele kontroverse Themen, darunter den rechtlichen Präzedenzfall für die Entnahme von DNA von Jugendlichen, die Suche nach möglichen Familienmitgliedern von Verdächtigen in DNA-Datenbanken, die Einführung von "DNA-Rasterfahndungen" in der lokalen Bevölkerung und die unbefugte Beschaffung von so genannter verlassener DNA durch die Polizei bei der Suche nach Verdächtigen. Besonders faszinierend ist, dass Krimsky und Simoncelli mit dem Mythos aufräumen, dass die Erstellung von DNA-Profilen unfehlbar sei, was tiefgreifende Auswirkungen auf die Strafjustiz hat.