Bewertung:

Das Buch ist eine prägnante und fesselnde Biografie von George Gershwin, die aufschlussreiche Details über sein Leben, seine Werke und seinen Einfluss auf die amerikanische Musik liefert. Es bietet ein Gleichgewicht zwischen Unterhaltung und wissenschaftlicher Betrachtung, auch wenn sich manche Leser in bestimmten Bereichen mehr Tiefe wünschen.
Vorteile:Unterhaltsamer und zugänglicher Schreibstil.
Nachteile:Effizient geschrieben, konzentriert sich auf interessante Details, ohne sich in unnötige Details zu verlieren.
(basierend auf 23 Leserbewertungen)
George Gershwin: An Intimate Portrait
George Gershwin lebte zielstrebig und voller Elan, aber auch mit Melancholie, denn er konnte sich keinen Platz für sich selbst schaffen - keine eigene Familie und keine wirkliche Heimat in der Musik.
Er und seine Geschwister erhielten von ihrer Mutter wenig Liebe und von ihrem Vater keine Orientierung. Dem älteren Bruder und Texter Ira gelang es, sich ein Zuhause zu schaffen, als er Leonore Strunsky heiratete, eine kantige Frau, die nach Reichtum und Status strebte. George kam der Häuslichkeit am nächsten, als er eine langjährige Beziehung mit Kay Swift einging. Sie war seine Geliebte, musikalische Vertraute und Komponistenkollegin. Doch sie blieb mit einem anderen Mann verheiratet, während er sich endlos von Frau zu Frau hangelte. Erst in den letzten Stunden seines Lebens, als sie durch einen Kontinent getrennt waren, wurde ihm bewusst, wie sehr er sie brauchte. Todkrank, von Ira nicht beschützt (und vielleicht von ihr entfremdet), wurde er von Leonore aus dem Haus verbannt, das sie mit den Brüdern teilte, und er starb schrecklich und allein im Alter von achtunddreißig Jahren.
Auch konnte Gershwin keinen befriedigenden musikalischen Unterschlupf finden. Jahrelang konnte sein Songwriter-Genie nur in der flüchtigen Welt des Showbusiness zum Ausdruck kommen, während seine Brillanz als Komponist groß angelegter Werke von den anspruchsvollen Musikkritikern nicht anerkannt wurde. Als er dieses Dilemma mit seiner Oper Porgy and Bess löste, war die Kritik nicht in der Lage, es zu verstehen oder zu würdigen. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis diese ehrgeizigste Komposition von allen als einer der bleibenden Schätze der Musik angesehen wurde und bis er sich als großer Komponist etabliert hatte.
In George Gershwin: An Intimate Portrait nutzt Walter Rimler neue Quellen, darunter neu entdeckte Briefe von Kay Swift sowie Korrespondenz zwischen und Interviews mit Vertrauten von Ira und Leonore Gershwin. Das Buch ist in lebendiger Prosa geschrieben und enthält mehr als zwei Dutzend Fotografien.