
Die 1939 in New York geborene Brigid Berlin änderte ihren Namen in Brigid Polk, kurz nachdem sie 1964 Andy Warhol kennengelernt hatte und eine seiner legendären Musen wurde. 1970 lernte sie Gerhard Richter in München kennen, woraufhin der deutsche Künstler die wichtige Brigid-Polk-Serie schuf. Die auf Polaroid-Selbstporträts von Polk basierende Serie von Fotogemälden hielt nicht nur die exzentrische Künstlerin fest, sondern schuf einen faszinierenden Dialog zwischen Amerika und Europa, Fotografie und Malerei sowie Künstlerin und Muse.
In Gerhard Richter--Brigid Polk versammelt Corinna Thierolf eine Gruppe hochkarätiger Autoren, um die Geschichte der Begegnung zwischen den beiden Künstlern zu erzählen und die wichtige Aufzeichnung von Richters Fotobildern zu beschreiben, die dabei entstand. Die Aufsätze von Sabine Knust, Bernhard Maaz, Tilman Spengler und Thierolf zeichnen die Entstehungsgeschichte der Serie nach und untersuchen, wie sie exemplarisch für Richters Ringen um ein neues Selbstverständnis von Malerei im Verhältnis zur Fotografie steht. Darüber hinaus unternimmt das Buch anhand persönlicher Erinnerungen derjenigen, die in München dabei waren, eine Zeitreise in die Avantgarde-Kunstszene der 1970er Jahre und erweckt eine spektakuläre Reihe von Charakteren zum Leben, darunter den Münchner Galeristen Heiner Friedrich - maßgeblich an der Entstehung der Serie beteiligt - und Polk selbst.
Mit Farbabbildungen und begleitend zu einer Ausstellung der Serie auf Schloss Herrenchiemsee ist Gerhard Richter--Brigid Polk das erste Buch, das diese facettenreiche Serie und ihre Bedeutung in Richters Schaffen ausführlich würdigt.