Bewertung:

Das Buch befasst sich mit dem weitgehend unbekannten militärischen Ereignis des Ersten Weltkriegs, der Belagerung der Festung Przemysl, und bietet eine detaillierte Erzählung, die reich an historischem Kontext ist. Es leidet jedoch unter einem sich wiederholenden und schwerfälligen Schreibstil, unzureichenden Karten und Illustrationen und einer vermeintlichen Voreingenommenheit bei der Darstellung der Kombattanten.
Vorteile:Gut geschriebene Erzählung über ein wenig bekanntes Thema, gründliche Recherche und die einzige umfassende englische Darstellung dieses bedeutenden Ereignisses des Ersten Weltkriegs.
Nachteile:Sich wiederholender und unorganisierter Schreibstil, fehlende Karten und Abbildungen, unvollständige oder übereilte Darstellung, potenzielle Voreingenommenheit bei der negativen Darstellung der Russen und unzureichende Berichte von Teilnehmern aus erster Hand.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Written in Blood: The Battles for Fortress Przemyśl in Wwi
Die Kämpfe um die Festung Przemyśl waren blutiger als Verdun und entscheidend für den Sieg an der Ostfront in den ersten Jahren des Ersten Weltkriegs. Die Kontrolle über die Festung wechselte im Herbst 1914 dreimal den Besitzer.
Im Jahr 1915 starteten die österreichisch-ungarischen Armeen drei große Offensiven, um die russische Umzingelung zu durchbrechen und die 120.000 in der belagerten Festung eingeschlossenen Menschen zu befreien. Der Historiker Graydon A. Tunstall schildert anhand zahlreicher Quellen die unerträglichen Bedingungen, mit denen die Besatzung konfrontiert war: Hunger, „Pferdefleisch“-Diät, miserable medizinische Versorgung, Prostitution, Alkoholismus, schlechte Moral und ein gescheiterter Ausbruchsversuch.
Als die Festung schließlich am 22. März 1915 an die Russen fiel, hatte die Habsburger Armee 800.000 Verluste erlitten, die Russen über eine Million.
Die Festung hatte jedoch ihren Zweck erfüllt. Tunstall argumentiert, dass die belagerte Garnison die russische Armee daran hinderte, weiter vorzurücken und die bereits geschwächten österreichisch-ungarischen Streitkräfte zu Beginn des Krieges, der alle Kriege beenden sollte, zu vernichten.