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Society of Singularities
Unsere heutigen Gesellschaften legen mehr und mehr Wert auf das Einzigartige und Einzigartige. Die Industriegesellschaften des frühen 20. Jahrhunderts produzierten standardisierte Produkte, Städte, Subjekte und Organisationen, die dazu neigten, gleich auszusehen, aber in unseren spätmodernen Gesellschaften schätzen wir das Außergewöhnliche - einzigartige Objekte, Erfahrungen, Orte, Individuen, Ereignisse und Gemeinschaften, die sich vom Gewöhnlichen abheben und eine gewisse Authentizität beanspruchen. Die Logik des Allgemeinen in der Industriegesellschaft wurde durch die Logik des Besonderen in der Spätmoderne ersetzt.
In diesem wichtigen neuen Buch untersucht Andreas Reckwitz die Ursachen, Strukturen und Folgen der Gesellschaft der Singularitäten, in der wir heute leben. Der Wandel vom Industrie- zum Kulturkapitalismus, der Aufstieg der digitalen Technologien und ihrer "Kulturmaschine" sowie die Entstehung einer gebildeten, urbanen neuen Mittelschicht bilden einen mächtigen Motor für die Singularisierung des Sozialen. In der Spätmoderne wird das Singuläre aufgewertet und erregt die Gemüter, während das Allgemeine im Hintergrund bleiben muss, was tiefgreifende soziale Folgen hat. Die Gesellschaft der Singularitäten produziert systematisch Entwertung und Ungleichheit: "Winner-takes-all"-Märkte, berufliche Polarisierung, die Vernachlässigung ländlicher Regionen und die Entfremdung der traditionellen Mittelschicht. Das Aufkommen des Populismus und der Aufstieg aggressiver Formen des Nationalismus, die die kulturelle Authentizität des eigenen Volkes betonen, erweisen sich somit als die andere Seite der Singularisierung.
Dieses preisgekrönte Buch bietet eine neue Perspektive darauf, wie sich moderne Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten verändert haben, und es wird für jeden, der sich für die Kräfte interessiert, die unsere heutige Welt formen, von großem Wert sein.