
Global Gambits: Big Steel and the U.S. Quest for Manganese
Von den 1890er bis zu den 1960er Jahren importierten die US-Stahlhersteller mehr als 70 Millionen Tonnen hochwertiges Manganerz, eine für die Stahlproduktion unverzichtbare, in den Vereinigten Staaten jedoch seltene Eisenlegierung.
Mit Hilfe eines Rohstoffansatzes, der die Interessengeflechte und Konflikte um Rohstoffe hervorhebt, die in Studien zur bilateralen Diplomatie oft übersehen werden, zeigt Priest die miteinander verknüpfte Geschichte weit verstreuter Bergbauregionen rund um den Globus und die bisher nicht untersuchte Rolle der großen US-Stahlunternehmen bei der Suche der USA nach ausländischen Rohstoffen. Die großen Manganminen entstanden zunächst in Brasilien, Sowjetgeorgien und Indien, später in Gabun und Südafrika, auf einem Weltmarkt, der extrem wettbewerbsfähig und von Natur aus instabil war.
Die Instabilität des Marktes, die zum Teil durch die Kontrolle des Manganhandels durch die Verbraucher verursacht wurde, förderte ab den 1920er Jahren direkte Investitionen der USA in den Bergbau. In den 1930er und 1940er Jahren beeinflusste die Besorgnis über den Zugang zu Mangan zunehmend die US-amerikanische Rohstoff- und Kreditpolitik, die sich in der Zeit des Kalten Krieges auf die Unterstützung der Infrastrukturentwicklung in Verbindung mit strategischen Bergbaurevieren konzentrierte. Große Manganprojekte in Brasilien und Gabun, die von Bethlehem bzw.
U.S. Steel durchgeführt wurden, strukturierten die weltweite Versorgung dramatisch um und zeigten, wie US-Investitionen und -Hilfen eine Exportorientierung in den Förderländern erzwangen und die Kluft zwischen Industrie- und Bergbauregionen der Welt vergrößerten.