Bewertung:

Das Buch bietet wertvolle anthropologische Forschung und Einblicke in die protestantische Theologie in Fidschi, Samoa und Tonga, lässt aber eine gründliche Bearbeitung und eine klarere Gliederung vermissen.
Vorteile:Eine reiche Quelle von Daten sowohl aus der Anthropologie als auch aus der protestantischen Theologie, spannende Dialoge zwischen der ozeanischen Kultur und der Theologie, die die Unterschiede im Religionsverständnis der verschiedenen Kulturen hervorheben.
Nachteile:Es fehlen die versprochenen Beiträge der katholischen Theologie, die Gliederung könnte für eine bessere thematische Klarheit verbessert werden, und die starke Konzentration auf die protestantische Theologie schränkt die breitere Integration anderer theologischer Perspektiven ein.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
God Is Samoan: Dialogues between Culture and Theology in the Pacific
Christliche Theologen auf den pazifischen Inseln sehen die Kultur als Grundlage für das Verständnis von Gott. In diesem bahnbrechenden Buch führt Matt Tomlinson ein anthropologisches Gespräch mit der Arbeit von "kontextuellen Theologen" und untersucht, wie die Kombination von Kultur und Christentum auf den Pazifischen Inseln theologische Dialoge prägt. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung und ethnografischer Feldforschung befasst sich der Autor mit einer Reihe von Themen: von der radikalen Kritik an biblischen Geschichten, die für ein pazifisches Publikum unangemessen sind, bis hin zur Feier traditioneller Götter wie Tagaloa als inhärent christliche Figuren. Dieses Buch präsentiert eine Symphonie von Stimmen - engagiert, kritisch, prophetisch - der führenden religiösen Denker des Pazifiks und zeigt auf, wie ihre Arbeit mit den weitreichenden sozialen Veränderungen in der Region zusammenhängt.
Jedes Kapitel in diesem Buch konzentriert sich auf eine bestimmte Art des kulturell bedingten theologischen Dialogs. Eine Art ist der Dialog zwischen Lesern und Texten, in dem Bibelwissenschaftler neue Wege vorschlagen, die Bibel zu lesen und sogar umzuschreiben, damit sie für die Menschen vor Ort mehr Bedeutung erhält. Eine zweite Art betrifft den Zustand von Kirche und Gesellschaft. Feministische Theologen und diejenigen, die zu "prophetischem" Handeln bei sozialen Problemen aufrufen, schlagen zum Beispiel neue Gespräche darüber vor, wie die Menschen in Ozeanien schwierige Zeiten bewältigen sollten. Eine dritte Art der Diskussion dreht sich um die Identität und betont, was Ozeanien einzigartig und kulturell kohärent macht. Eine vierte Art von Diskussion befasst sich mit den Problemen des Klimawandels und der Umweltzerstörung heiliger Gebiete, indem sie ein "ökotheologisches" Bewusstsein und eine gegenseitige Verbindung fördert. Schließlich greifen viele kontextuelle Theologen auf die Arbeit anderer Disziplinen - vor allem der Anthropologie - zurück, um einen neuen Diskurs über Gott, die Menschen und die Zukunft Ozeaniens zu entwickeln.
Die kontextuelle Theologie ermöglicht es den Menschen in Ozeanien, mit Gott und ihren Mitmenschen durch das Idiom der Kultur auf eine eindeutig pazifische Weise zu sprechen. Tomlinson kommt jedoch zu dem Schluss, dass das fruchtbarste Thema des Dialogs vielleicht nicht die Kultur ist, sondern vielmehr das Wesen des Dialogs selbst. Dieses Buch, das in einem zugänglichen, ansprechenden Stil geschrieben ist und innovative Erkenntnisse präsentiert, wird für Studenten und Wissenschaftler der Anthropologie, Weltreligion, Theologie, Globalisierung und Pazifikstudien von Interesse sein.