Bewertung:

Yingers Buch stellt die traditionelle Auffassung von Vollkommenheit in der christlichen Theologie in Frage, indem er sie als Ganzheit oder Treue in der Beziehung zu Gott und nicht als unerreichbare Sündlosigkeit darstellt. Er argumentiert, dass die Erlösung auf diesem Verständnis des Bundes und nicht auf einem verdienstbasierten System beruht. Seine Ausführungen sind fesselnd und bieten eine solide biblische Grundlage, auch wenn sie bei bestimmten theologischen Gruppen zu Kontroversen führen könnten.
Vorteile:Yinger ist ein außergewöhnlich guter Autor, der die Leser fesselt. Das Buch bietet starke biblische Unterstützung für das Konzept des Bundesnomismus und präsentiert ein überzeugendes Argument, das das Verständnis von Vollkommenheit in der christlichen Theologie von unerreichbarer Sündlosigkeit zu Ganzheit und Treue verschiebt.
Nachteile:Die vorgestellten Ideen könnten innerhalb bestimmter theologischer Lager umstritten sein, was zu Debatten und Meinungsverschiedenheiten unter Lesern führen könnte, die traditionelle Ansichten über Vollkommenheit und Erlösung vertreten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
God and Human Wholeness
Der Begriff der Vollkommenheit taucht in der Bibel immer wieder auf, von Noah ("ein gerechter Mann und vollkommen in seinen Geschlechtern", KJV) bis zu Jesus ("seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist", NRSV).
Ist makelloses Verhalten das, was Gott erwartet, der einzige Maßstab für Gerechtigkeit, der ihn zufrieden stellen kann? Die jüdische Tradition hat diese christliche Annahme lange in Frage gestellt. Seit Sanders und der Neuen Perspektive auf Paulus wird sie von vielen Seiten zunehmend in Frage gestellt.
In Reclaiming Human Wholeness (Die Wiedergewinnung der menschlichen Ganzheit) untersucht Kent Yinger eingehend, was die Bibel mit dieser Sprache der Vollkommenheit und Ganzheit beabsichtigt und welche Auswirkungen sie auf Theologie und geistliches Leben hat. Anstatt zu einer unerreichbaren Vollkommenheit aufzurufen, wünscht sich der Gott der Bibel unser Gedeihen und unsere Ganzheit.