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Divine Democracy: Political Theology After Carl Schmitt
Wie säkular sind die politischen und rechtlichen Konzepte, die der liberalen Demokratie zugrunde liegen? Carl Schmitt prägte erstmals den Begriff der politischen Theologie, um die Abhängigkeit der modernen westlichen Rechts- und Politikwissenschaft vom christlich-theologischen Diskurs aufzuzeigen, und kritisierte damit den Anspruch auf religiöse Neutralität liberaler Institutionen. In diesem Buch rekonstruiert Miguel Vatter, wie und warum der Diskurs der politischen Theologie von antischmittlerischen Denkern, von Eric Voegelin über Jacques Maritain und Ernst Kantorowicz bis hin zu J�rgen Habermas, übernommen und umfunktioniert wurde, um die Legitimität der liberalen demokratischen Regierung zu stärken.
Das Buch zeichnet nach, wie entscheidende politische Konzepte für die liberale Demokratie - darunter Souveränität, Repräsentation, Regierung, Konstitutionalismus, Menschenrechte und öffentliche Vernunft - transformiert werden, wenn sie Teil eines Diskurses über politische Theologie werden. Vatters Ziel ist es, eine Geistesgeschichte der politischen Theologie im 20.
Jahrhundert zu schreiben. Seine Studie zeigt die überdeterminierte Rolle, die die Religion in der zeitgenössischen demokratischen politischen und rechtlichen Theorie als ultimative Quelle der Legitimität für die Regierung und als Quelle für revolutionäre Bestrebungen spielt.