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Goodness Beyond Virtue: Jacobins During the French Revolution
Wer waren die Jakobiner und welche Bedeutung hat der Jakobinismus für die heutige Zeit? In einem Buch, das sich auf nationale und lokale Studien stützt - über Marseille, Nimes, Lyon und Paris -, rekonzeptualisiert einer der führenden Revolutionsforscher die jakobinische Politik und Philosophie und rettet sie vor der jüngsten postmodernen Herablassung. Patrice Higonnet dokumentiert und analysiert das radikale Denken und Handeln der führenden Jakobiner und ihrer Anhänger.
Er zeigt die Vielfalt und Flexibilität des Jakobinismus, wie er sich in der gelebten Praxis von außergewöhnlichen und gewöhnlichen Menschen in unterschiedlichen historischen Situationen herausbildete. Er zeigt, dass diese Verfechter von Individualität und individueller Freiheit auch Mitglieder dichter sozialer Netzwerke waren, die von einem übergeordneten Sinn für das Gemeinwohl angetrieben wurden. Indem er die rückschrittlichsten und die bewundernswertesten Züge des Jakobinismus betrachtet, schafft Higonnet ein Gleichgewicht zwischen dem revisionistischen Interesse an der Ideologie und dem sozialgeschichtlichen Schwerpunkt auf dem institutionellen Wandel.
Auf diesen Seiten wird der Terror als singuläre Tragödie dargestellt und nicht als die Gesamtheit des Jakobinismus, der auch heute noch eine einflussreiche Spielart der modernen Politik darstellt. Higonnet argumentiert, dass mit dem jüngsten Zusammenbruch des Sozialismus und der allgemeinen politischen Malaise in den westlichen Demokratien der Jakobinismus wieder als Modell für zeitgenössische Demokraten und als nüchterne Lehre über die Grenzen radikaler Sozialgesetzgebung an Bedeutung gewonnen hat.