
Hebrew Masculinities Anew
Das Studium der biblischen Männlichkeit ist heute eine klar erkennbare Disziplin in der kritischen biblischen Geschlechterforschung. Dieses Buch, das dritte in einer Reihe von SPP-Bänden, zu denen auch Men and Masculinity in the Hebrew Bible and Beyond (Hg.
Ovidiu Creangă, 2010) und Biblical Masculinities Foregrounded (Hg. Ovidiu Creangă und Peter-Ben Smit, 2014) gehören, zieht eine Bilanz der jüngsten methodischen und thematischen Entwicklungen und stellt gleichzeitig neue Fragen, erweitert traditionelle Ansätze und fügt dem Korpus der Männlichkeiten in der Hebräischen Bibel neue Texte hinzu. In der Einleitung des Bandes (Ovidiu Creangă) wird die reiche Palette an Ansätzen und disziplinären Überschneidungen gewürdigt, die das Studium der Männlichkeiten in der Hebräischen Bibel heute kennzeichnen, und gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit auf bisher untersuchte Themen gelenkt.
Die nächsten dreizehn Kapitel befassen sich eingehend mit den methodischen Grundlagen biblischer Männlichkeit (Stephen Wilson), der theoretisch wichtigen Unterscheidung zwischen queeren und nicht-queeren Männlichkeiten (Gil Rosenberg), der oft vernachlässigten, aber wesentlichen Darstellung der Männlichkeit Gottes (David J. A.
Clines); die konkurrierenden Männlichkeiten von Gott, Pharao und Moses in historischer und lesbischer Perspektive (Caralie Focht und Richard Purcell); Königin Isebels Männlichkeitsinszenierung (Hilary Lipka); priesterliche und deuteronomische Fantasien männlicher Perfektion (Sandra Jacobs); die problematische Männlichkeit von Moses (Amy Kalmanofsky); die Rhetorik des "Königin-Machens" in der prophetischen Literatur (Susan E. Haddox); Jona's homosoziale Männlichkeit (Rhiannon Graybill); die schreiberische Männlichkeit Daniels (Brian C.
DiPalma); die flüchtige Männlichkeit sterblicher Männer (Milena Kirova); die männlichen Agenturen im Hohelied (Martti Nissinen); und die Verflechtung von Geld und Männlichkeit im Buch der Sprüche (Kelly Murphy). Im letzten Kapitel reflektiert Stuart Macwilliam über methodische Möglichkeiten, thematische Erweiterungen und eine künftige Ausrichtung der biblischen Männlichkeitsforschung.