Bewertung:

Das Buch von Richard Bourke über Hegel ist intellektuell anspruchsvoll, dürfte aber nur ein begrenztes Fachpublikum ansprechen, das sich für die europäische politische Philosophie interessiert.
Vorteile:Der Autor ist sachkundig und bietet tiefe Einblicke in Hegel und die politische Philosophie.
Nachteile:Die Komplexität des Buches und die Konzentration auf Nischenthemen machen es für allgemeine Leser unzugänglich und weniger unterhaltsam.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Hegel's World Revolutions
Eine neue Darstellung der Relevanz von Hegels Ideen für die heutige Welt, die dem Anti-Hegel-"Aufstand" der Nachkriegszeit entgegenwirkt
G. W. F. Hegel wurde weithin als der größte Philosoph seiner Zeit angesehen. Seither hat sein Werk die Debatten über so unterschiedliche Themen wie Religion, Ästhetik und Metaphysik geprägt. Sein nachhaltigster Beitrag war seine Vision von Geschichte und Politik. In Hegels Weltrevolutionen kehrt Richard Bourke zu Hegels ursprünglichen Argumenten zurück, verdeutlicht ihre wahre Bedeutung und beleuchtet ihre Relevanz für die heutige Gesellschaft. Bourke zeigt, dass der Kern von Hegels Denken seine Anatomie der modernen Welt war. Einerseits behauptete er, die Moderne sei eine Befreiung von der Unterwerfung, andererseits sah er sie als Entfesselung des Geistes der kritischen Reflexion. Bourke untersucht dieses Dilemma anhand einer Reihe von Weltrevolutionen, von denen Hegel glaubte, dass sie den Aufstieg der Zivilgesellschaft und die Entstehung des Verfassungsstaates einleiteten.
Bourke interpretiert Hegels Denken unter besonderer Berücksichtigung seiner Geschichtsphilosophie und stellt es in den Kontext seiner Zeit. Anschließend schildert er die Rezeption von Hegels politischen Ideen, vor allem im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts. Gegen die Nachkriegsrevolte gegen Hegel argumentiert Bourke, dass seine Verunglimpfung durch die großen Philosophen unsere Herangehensweise an Geschichte und Politik gleichermaßen verarmt hat. Indem er die Herablassung führender Denker - von Heidegger und Popper bis zu Lvi-Strauss und Foucault - in Frage stellt, revidiert das Buch die vorherrschenden Ansichten über die Beziehung zwischen historischen Ideen und gegenwärtigen Umständen.