Bewertung:

Das Buch bietet einen Überblick über die Sexarbeitsbranche in Japan, wird jedoch für seine falsche Darstellung des Themas kritisiert, insbesondere in Bezug auf „heilende Arbeit“. Es enthält nur ein Kapitel zu diesem Thema, was bei den Lesern, die eine umfassendere Berichterstattung erwartet hatten, zu Enttäuschungen führte. Während einige den gut recherchierten und kulturell aufschlussreichen Inhalt zu schätzen wissen, sind andere der Meinung, dass sich das Buch zu stark auf eine amerikanische feministische Perspektive stützt, die nicht mit den Erfahrungen japanischer Sexarbeiterinnen übereinstimmt.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben, gründlich recherchiert und enthält ehrliche Berichte von Sexarbeiterinnen. Es bietet Einblicke in die einzigartigen kulturellen Aspekte der Sexarbeit in Japan und macht deutlich, dass viele Sexarbeiterinnen diesen Beruf freiwillig ausüben, um ihre Zukunft zu sichern.
Nachteile:Das Buch ist falsch betitelt und geht nur begrenzt auf die „heilende Arbeit“ ein, wobei der Schwerpunkt auf dem Escort liegt. Es enthält unzusammenhängende Inhalte zum Thema Menschenhandel, was zu Enttäuschungen beim Leser führt. Kritiker argumentieren, dass es amerikanische feministische Ansichten auf einen japanischen Kontext überträgt und ein tieferes Verständnis für die Erfahrungen und Gefühle der Sexarbeiterinnen selbst vermissen lässt.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Healing Labor: Japanese Sex Work in the Gendered Economy
Das heutige Japan beherbergt einen der weltweit größten und vielfältigsten Märkte für Sex.
Die Sexindustrie, die weithin als gesellschaftlich notwendig angesehen wird, operiert und rekrutiert offen und beschäftigt eine vielfältige Gruppe von Frauen, die von der hohen Bezahlung und dem Versprechen der Autonomie angezogen werden - deren Arbeit jedoch stigmatisiert und unaussprechlich bleibt. Basierend auf Feldforschung mit erwachsenen japanischen Frauen in der Sexindustrie Tokios untersucht Healing Labor die Beziehung zwischen den Vorstellungen der Sexarbeiterinnen darüber, was Sex ist und was er bewirkt, und den politisch-ökonomischen Rollen und Möglichkeiten, die sie sich selbst vorstellen.
Gabriele Koch zeigt auf, wie japanische Sexarbeiterinnen Sex als eine zutiefst feminisierte Fürsorge - eine heilende Arbeit - betrachten, die sowohl notwendig als auch bedeutsam für das Wohlbefinden und die Produktivität von Männern ist. In dieser nuancierten Ethnografie, die Sex als soziale Praxis mit politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen betrachtet, veranschaulicht Koch überzeugend die Zusammenhänge zwischen Frauenarbeit, Sex und der geschlechtsspezifischen Wirtschaft.