Bewertung:

Das Buch bietet eine faszinierende Erkundung des „stellvertretenden Leidens“ in der französischen Spiritualität und untersucht die politischen und sozialen Einflüsse auf die Haltung der Ultramontanen gegenüber Opfern. Der Autor Burton gewährt tiefe Einblicke, beantwortet lang gehegte Fragen und bestätigt die aufrichtige Hingabe der Figuren. Es handelt sich nicht um ein Andachtsbuch, sondern um ein Werk, das sich auf die komplexen Leiden konzentriert, die die Erfahrungen der Frauen in diesem Kontext prägten.
Vorteile:⬤ Hervorragende Recherche und Interpretation
⬤ fesselnder Schreibstil
⬤ tiefgründige und fesselnde Behandlung des Themas
⬤ gibt Antworten auf seit langem bestehende Fragen
⬤ weitreichende Auswirkungen über Frankreich hinaus
⬤ bestätigt die aufrichtige Hingabe seiner Protagonisten
⬤ originelle Einsichten in die Spiritualität.
Kein Andachtsbuch, das diejenigen enttäuschen könnte, die eine mehr am Glauben orientierte Perspektive suchen; die ehrliche und distanzierte Behandlung schwieriger Themen könnte nicht alle Leser ansprechen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Holy Tears, Holy Blood: Women, Catholicism, and the Culture of Suffering in France, 1840-1970
In Holy Tears, Holy Blood setzt Richard D. E.
Burton seine Untersuchung des katholischen Frankreichs von der Revolution bis zur Befreiung fort. Nachdem er sich in Blood in the City auf die öffentlichen Demonstrationen der kulturellen Macht des Katholizismus konzentriert hatte, wendet er sich nun den eher privaten Ritualen zu, jenen Verhaltenskodizes, die das Innenleben der katholischen Frauen Frankreichs prägten und ihre künstlerische und gesellschaftliche Darstellung bestimmten. Hier gibt es etwas weniger Blut und wesentlich mehr Tränen, sagt Burton.
In den Porträts von elf Frauen, darunter Simone Weil und Sainte Th r se, spürt er der bleibenden Kraft bestimmter Ausdrucksformen des Leidens und des Opfers nach. Wie, so fragt Burton, geht eine sich rasch modernisierende Gesellschaft mit dem kulturgeschichtlichen Erbe des religiösen Glaubens um, insbesondere mit den extrem konservativen Überzeugungen des ultramontanen Katholizismus? Besonderes Augenmerk richtet Burton auf die Lehre vom stellvertretenden Leiden, wonach ein Individuum für die Erlösung anderer leidet, und auf bestimmte extreme Formen religiöser Erfahrung, darunter Stigmatisierung, Selbstverhungern, Visionen und Erscheinungen.