Bewertung:

Das Buch „High on God“ bietet eine umfassende soziologische Analyse der Megakirchen in Amerika und untersucht ihre emotionale und gemeinschaftliche Dynamik. Es stützt sich auf Durkheimsche Theorien und Theorien über Interaktionsrituale, um zu erklären, warum sich Menschen zu diesen Gemeinschaften hingezogen fühlen. Die Autoren halten ein Gleichgewicht zwischen Kritik und Einsichten in die positiven Aspekte der Kirchenzugehörigkeit und erkennen gleichzeitig mögliche Missstände an.
Vorteile:Das Buch ist aufschlussreich, wissenschaftlich fundiert und bietet eine ausgewogene Sicht auf Megakirchen. Es zeigt auf, wie Megakirchen dem menschlichen Bedürfnis nach Gemeinschaft und emotionalem Auftrieb gerecht werden. Die verwendeten Theorien sind gut mit historischen Erkenntnissen und qualitativer Forschung verknüpft, so dass das Buch für ein breites Publikum zugänglich ist.
Nachteile:Einige Leser werden vielleicht nicht mit allen im Buch dargestellten Grundsätzen einverstanden sein. Die Autoren erkennen zwar die Risiken einer ungesunden Dynamik an, aber die Analogie zwischen religiösen Erfahrungen und Drogenrausch sowie die Komplexität der behandelten Themen könnten Anlass zu Bedenken geben.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
High on God: How Megachurches Won the Heart of America
Gott ist wie eine Droge, ein Rausch, (ich) kann den nächsten Schuss nicht erwarten. Dieses direkte Zitat eines Megakirchenmitglieds, das über seine Gotteserfahrung spricht, könnte als eine Art spirituell induzierter Drogenrausch abgetan werden.
Den Untersuchungen in diesem Buch zufolge war es jedoch nicht nur aufrichtig, sondern ein tief empfundenes und begehrtes Gefühl. Megakirchenbesucher sehnen sich nach dieser Erfahrung mit Gott aus erster Hand, und viele berichten, dass sie sie in ihren Gemeinden finden. Das Buch konzentriert sich auf die emotionale, soziale und religiöse Dynamik, die Tausende von Menschen in Megakirchen zieht, und darauf, wie diese Kirchen einigen das Gefühl geben, sie seien high von Gott und könnten es kaum erwarten, ihren nächsten geistlichen Hit zu erleben.
High on God gibt die erste solide und plausible Erklärung dafür, warum Megakirchen den kirchlichen Markt in Amerika erobert haben. Ohne Herablassung oder Übertreibung zeigen die Autoren die Genialität der Megakirchen: die Macht des Charismas, die Gestaltung der Einrichtungen, die Ausbildung der Leiter, die emotionale Dynamik und die Strategien, die Menschen zusammenbringen und sie dazu bringen, anderen zu dienen und zu helfen.
Unter Verwendung von Emile Durkheims Konzept des homo duplex stellen die Autoren die Strategien dar, die Megakirchen einsetzen, um das zentrale menschliche Bedürfnis nach persönlichem Sinn und sozialer Integration sowie nach persönlicher Identität und gemeinschaftlicher Solidarität zu befriedigen. Die Autoren zeigen auch, wie diese Kirchen schief gehen können, manchmal auf tragische Weise.
Sie argumentieren jedoch, dass Megakirchen ihren Besuchern in den meisten Fällen helfen, sich selbst zu finden, indem sie sich mit anderen verbinden und ihnen dienen.