Bewertung:

Das Buch stellt eine kontroverse Untersuchung der spanischen Inquisition anhand von sieben Einzelfällen dar und versucht, die allgemein verbreiteten Vorstellungen von deren Grausamkeit und Ungerechtigkeit in Frage zu stellen. Während einige Leser die Erzählungen fesselnd und historisch aufschlussreich finden, kritisieren andere das Buch wegen vermeintlicher Voreingenommenheit und mangelnder Tiefe.
Vorteile:⬤ Detaillierte Schilderungen einzelner Fälle, die den Kontext der Inquisition aufzeigen.
⬤ Die Übersetzungen sind für den Durchschnittsleser zugänglich und machen das Buch für ein breiteres Publikum interessant.
⬤ Bietet Einblicke in das Leben der Menschen während der Inquisition, was einige Leser faszinierend und zum Nachdenken anregend fanden.
⬤ Einige Kritiker argumentieren, das Buch präsentiere eine voreingenommene Perspektive, die versucht, die Inquisition zu rechtfertigen.
⬤ Die akademische Strenge und die Tiefe der Analyse werden als unzureichend empfunden, da sie für eine ernsthafte historische Studie zu leicht sind.
⬤ Einige Leser fanden, dass die Darstellung der Ereignisse zu sehr vereinfacht ist und bedeutende Gräueltaten im Zusammenhang mit der Inquisition außer Acht lässt.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Inquisitorial Inquiries: Brief Lives of Secret Jews and Other Heretics
Am ersten Tag des Prozesses gegen Francisco de San Antonio vor der spanischen Inquisition in Toledo im Jahr 1625 fragten ihn seine Vernehmer nach seiner Herkunft. Sein richtiger Name sei Abram Rub n, und er sei in Fez als Sohn jüdischer Eltern geboren worden. Wie, so wollten die Inquisitoren wissen, war er dann zum Christentum konvertiert? Warum hatte man ein hebräisches Alphabet in seinem Besitz gefunden? Und was hatte er am Hof in Madrid zu suchen? Laut seinem Dossier wurde er nach der Geschichte seines Lebens gefragt. Seine Antwort, mehr als zehn Folios lang, ist eine der vielen unfreiwilligen Autobiografien, die durch die Logik der Inquisition entstanden sind und die heute reiche Einblicke sowohl in das persönliche Leben der Verfolgten als auch in die sozialen, kulturellen und politischen Realitäten der Zeit bieten.
In der ersten Ausgabe von Inquisitorial Inquiries sammelten, übersetzten und kommentierten Richard L. Kagan und Abigail Dyer sechs dieser Autobiografien von verschiedenen Gefangenen. Nun fügen sie die faszinierende Lebensgeschichte eines weiteren Opfers der Inquisition hinzu: Esteban Jamete, ein französischer Bildhauer, der beschuldigt wurde, Protestant zu sein. Jede der Autobiografien wurde so ausgewählt, dass sie ein bestimmtes politisches oder soziales Thema repräsentiert, gleichzeitig aber auch intimere Fragen über die religiöse, sexuelle, politische oder nationale Identität der Gefangenen aufwirft. Unter ihnen sind ein politisch aufrührerischer Prophet, ein selbsternannter Zwitter und ein Morisco, ein zum Katholizismus konvertierter Islamist.
-- "Geschichte".