Bewertung:

Richard L. Kagans „Lucrecias Träume“ erforscht das Leben von Lucrecia de Leon im Madrid des 16. Jahrhunderts und ihre umstrittenen Träume, die die Aufmerksamkeit der spanischen Inquisition auf sich zogen. Das Buch zeichnet sich durch einen gemäßigten Ton und eine sorgfältige Untersuchung der historischen Fakten aus und lässt den Leser über die Wahrheit hinter Lucrecias Träumen nachdenken. Obwohl es wertvolle Einblicke in die frühe moderne Geschichte bietet, sind die Reaktionen auf das Buch unterschiedlich: Einige finden es fesselnd und informativ, während andere seine Wirkung als gleichgültig empfinden.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und fesselnd
⬤ liefert einen bedeutenden Beitrag zum Studium des Spaniens des 16. Jahrhunderts
⬤ berührt einzigartige Themen wie Träume und Volksreligion
⬤ eignet sich für Studenten als Einführungstext.
Einige Leser fühlten sich vom Inhalt nicht angesprochen; gewisse Unklarheiten bezüglich der Natur und der Authentizität von Lucrecias Träumen könnten die Leser unzufrieden machen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Lucrecia's Dreams: Politics and Prophecy in Sixteenth-Century Spain
Die Teenagerin Lucrecia de Len, die von der spanischen Inquisition als „böse Träumerin“ und „berüchtigte Mutter von Propheten“ gebrandmarkt wurde, hatte Hunderte düsterer, aber fantasievoller Träume von Spaniens Zukunft, die zum Stoff für politische Kontroversen und Skandale wurden. Basierend auf überlieferten Abschriften ihrer Träume und den umfangreichen Aufzeichnungen ihres Prozesses vor der Inquisition zeichnet Lucrecia's Dreams die komplexen persönlichen und politischen Verzweigungen von Lucrecias prophetischer Karriere nach.
Diese bisher nicht untersuchte Episode der spanischen Geschichte wirft ein neues Licht auf die Geschichte der Frauen sowie auf die Geschichte der Traumdeutung. Ob Scharlatan oder Hellseherin, Sünderin oder Heilige, Lucrecia wurde durch ihre Träume zu einer cause celbre, dem rebellischen Gegenstück zu einer anderen außergewöhnlichen Frau des Goldenen Zeitalters in Spanien, der Heiligen Theresa von Jesus. Ihre Anhänger sahen in ihr eine göttlich inspirierte Seherin, die die persönlichen und politischen Unzulänglichkeiten von Philipp II.
von Spanien aufdeckte. Bei der Untersuchung des Verhältnisses von Träumen und Prophezeiungen zur Politik widmet Richard Kagan den Aktivitäten der Propheten und Seherinnen der Straßenecken, die die politische Unterwelt des 16.