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Is Free Speech Racist?
Die Frage der freien Meinungsäußerung ist immer wieder in den Schlagzeilen und wird häufig zu einer Krise erklärt. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich solche Debatten so oft darauf konzentrieren, was in Bezug auf Ethnie gesagt werden kann und was nicht, fragt Gavan Titley, warum Rassismus so zentral für intensive Auseinandersetzungen über den Status und den Aufgabenbereich der Redefreiheit geworden ist.
Is Free Speech Racist? bewegt sich weg von den immer wiederkehrenden Debatten über die Grenzen der Rede, um stattdessen zu untersuchen, wie der Grundsatz der Redefreiheit in den heutigen multikulturellen und intensiv vermittelten Gesellschaften umgesetzt wird. Dabei wird nachgezeichnet, wie die Redefreiheit in der rechtsextremen Politik, bei der Wiederverwertung des „Ethnie-Realismus“ und anderer diskreditierter Wissensformen sowie in der Einwanderungs- und Integrationspolitik mobilisiert wurde.
In Zeiten intensiver politischer Auseinandersetzungen und öffentlicher Verwirrung darüber, was Rassismus ist und wer ihn definieren darf, wurde die „freie Meinungsäußerung“ als primärer Mechanismus zur Verstärkung und Wiederbelebung rassistischer Ideen und rassifizierender Behauptungen eingesetzt. Der zeitgenössische Diskurs über die freie Meinungsäußerung verrät viel über das fortwährende Leben von Ethnie und Rassismus in der heutigen Gesellschaft.