
Every Minute Is First: Selected Late Poems
Eine eindringliche und umfassende englische Übersetzung der berühmten französischen Dichterin, die sich mit dem Tod, der Häuslichkeit, der Natur, der Sprache selbst und - immer - dem Körper beschäftigt.
Die französische Literaturikone Marie-Claire Bancquart (1932-2019) ist bekannt für ihre unheimliche Bewohnbarkeit des Konkreten, die in alltäglichen Dingen und Räumen ganze Welten, ja sogar ein Nachleben findet. "Wenn ich ein kleines Nichts / ein Stückchen Nichts ergreifen könnte", sinniert sie, "kämen alle Dinge zu mir / die, die tanzen / in seinem Stoff." Die kleinsten Momente können Akte der Äußerung, des Trotzes, der Gemeinschaft und der Unsterblichkeit sein. Doch der Tod taucht tatsächlich im Alltag auf, obwohl er mehr als eine Tatsache der Existenz ist. Er ist auch Fiktion, kleine schlaue Geschichten, die wir erfinden, um nicht nur auf ihn zu warten: "man stellt / dicht daneben / den Topf mit Orangenblüten / das Hier und Jetzt / um den Blick zu versperren.".
Hier hat das Infinitesimale kein Ende; je kleiner das Leben wird, desto tiefer und sorgfältiger lässt uns Bancquart innehalten, um seine Angebote wahrzunehmen. Obwohl für sie "der Körper" die sicherste, vertrauenswürdigste Art der Erkenntnis ist, wird oft auf das Geheimnis der Sprache verwiesen und dieses verehrt. Und die Übersetzerin Jody Gladding, selbst eine preisgekrönte Dichterin, führt Bancquarts unverwechselbares Lebenswerk wunderbar weiter. Every Minute Is First ist eine schlanke, klare und doch philosophische Poesie, die das Leben und die Erfahrung des Denkens widerspiegelt, die mit einem Licht durch die Dunkelheit geht und die Worte in ihrer eigenen glühenden Kraft entzündet - oder auf sie fällt -, um die lange Reise sinnvoll zu machen.