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Beyond Timbuktu: An Intellectual History of Muslim West Africa
Timbuktu ist berühmt für seine Madrassas und Archive mit seltenen arabischen Manuskripten und gilt als großes Zentrum muslimischer Gelehrsamkeit aus dem Goldenen Zeitalter des Islam. Doch Timbuktu ist kein Einzelfall. Es war eines von vielen Gelehrtenzentren im vorkolonialen Westafrika. Jenseits von Timbuktu zeichnet den Aufstieg der muslimischen Gelehrsamkeit in Westafrika von den Anfängen des Islams bis in die Gegenwart nach und untersucht die wechselnden Kontexte, die die Produktion und Verbreitung islamischen Wissens beeinflusst - und die manchmal widersprüchlichen Interpretationen muslimischer Intellektueller geprägt haben - im Laufe der Jahrhunderte.
Ousmane Kane hebt die beträchtliche Breite und Vielseitigkeit der muslimischen intellektuellen Tradition in Afrika südlich der Sahara hervor und korrigiert die im Westen und im Nahen Osten immer noch bestehenden Missverständnisse, dass das muslimische Erbe Afrikas nur einen kleinen Teil des islamischen Gewebes ausmacht. Die westafrikanischen Muslime waren nie isoliert. Im Gegenteil, ihre Verbindung mit den Muslimen in aller Welt ist stark und langjährig. Die Sahara war keine unüberwindbare Barriere, sondern eine Brücke, die es den Arabo-Berbern des Nordens ermöglichte, durch Handel, Diplomatie und intellektuellen und spirituellen Austausch Beziehungen zu den westafrikanischen Muslimen zu unterhalten.
Die westafrikanische Tradition des islamischen Lernens hat sich parallel zur Verbreitung der arabischen Alphabetisierung entwickelt, so dass Arabisch heute die am meisten gesprochene Sprache in Afrika ist. In der postkolonialen Zeit haben dramatische Veränderungen im westafrikanischen Bildungswesen zusammen mit dem Aufkommen von Medientechnologien und der sich ständig verändernden öffentlichen Rolle afrikanischer muslimischer Intellektueller das Wissen über den Islam auf dem gesamten Kontinent weiter verbreitet.