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John Buridan (ca. 1300-1362) hat die vielleicht umfassendste Darstellung des Nominalismus in der Geschichte des abendländischen Denkens ausgearbeitet, der philosophischen Lehre, nach der die einzigen Universalien in der Wirklichkeit Namen sind: die gemeinsamen Begriffe unserer Sprache und die gemeinsamen Konzepte unseres Verstandes.
Aber diese Begriffe sind nur in ihrer Bedeutung universell; sie sind singuläre Gebilde wie jedes andere in der Wirklichkeit. In diesem Buch wird untersucht, was in Buridans mittelalterlichem philosophischen System für den heutigen Leser am interessantesten ist: seine nominalistische Darstellung der Beziehung zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit. Im Mittelpunkt der Diskussion steht Buridans Einsatz des ockhamistischen Konzepts einer mentalen Sprache, um die komplexen Strukturen der geschriebenen und gesprochenen menschlichen Sprache auf eine parsimonisch konstruierte Realität abzubilden.
Im Hinblick auf diese sprachlichen Strukturen analysiert das Buch sorgfältig Buridans Konzeption der radikalen Konventionalität geschriebener und gesprochener Sprachen im Gegensatz zur. Natürliche semantische Merkmale von Begriffen.
Besonderes Augenmerk wird auf Buridans Token-basierte Semantik von Begriffen und Sätzen, seine Auffassung von existentieller Bedeutung, ontologischer Verbindlichkeit, Wahrheit und logischer Gültigkeit gelegt. Schließlich wird ausführlich erörtert, wie diese logischen Mittel Buridan erlauben, seine nominalistische Position aufrechtzuerhalten, ohne den aristotelischen Essentialismus aufzugeben oder dem Skeptizismus nachzugeben, und es wird ein besonderes Augenmerk auf die zeitgenössischen Probleme in diesem Bereich gelegt.