Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 4 Stimmen.
John Henry Newman on Truth and Its Counterfeits: A Guide for Our Times
Reinhard H tters Hauptthese in diesem dritten Band der Reihe Sacra Doctrina ist, dass John Henry Newman in seinem eigenen Kontext des neunzehnten Jahrhunderts, einem Jahrhundert, das dem unseren keineswegs fremd ist, vor denselben Herausforderungen stand wie wir heute; die Probleme von damals und heute unterscheiden sich nur im Grad, nicht in der Art. Daher bietet uns Newmans Auseinandersetzung mit diesen Problemen eine vorausschauende und in der Tat prophetische Diagnose dessen, wozu diese Probleme oder Irrtümer, wenn sie nicht korrigiert werden, führen werden - Folgen, die mehr oder weniger eingetreten sind -, und darüber hinaus einen alternativen Weg, der zugleich durch und durch katholisch ist und zeitgenössische Relevanz besitzt.
Die Einleitung bietet einen Überblick über Newmans Leben und Werk, und jedes der folgenden vier Kapitel befasst sich mit einem bedeutenden Aspekt des Christentums, der nicht nur vom weltlichen Unglauben angefochten oder abgelehnt wird, sondern auch eine Fälschung darstellt, der nicht nur Christen, sondern sogar Katholiken verfallen sind. Die Fälschung des Gewissens ist das "Gewissen" des souveränen Untertanen (Kap. 1); die Fälschung des Glaubens ist der "Glaube" desjenigen, der sich nicht der lebendigen Autorität unterwirft, durch die Gott kommuniziert, sondern dem Prinzip des Privaturteils in Fragen der geoffenbarten Religion anhängt (Kap.
2); die Fälschung der Lehrentwicklung ist eine doppelte: (i) ein Lippenbekenntnis zur Entwicklung, während man ihre Konsequenzen nur selektiv auf der Grundlage eines fadenscheinigen Antiquarismus akzeptiert, und (ii) die Berufung auf die Entwicklungstheorie, um alle Arten von zeitgenössischen Veränderungen entsprechend dem gegenwärtigen Zeitgeist zu rechtfertigen (Kap. 3).
Die Fälschung der Universität sind schließlich all jene "Universitäten", deren Ziel nicht die Bildung und damit die Vervollkommnung des Intellekts ist, sondern vielmehr die effizientere Versorgung des Imperiums der Begierde, das vom heutigen Technokonsumismus geprägt ist (Kap. 4).
Das Buch schließt mit einem Epilog über H tters Weg zum Katholizismus.