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Jos Ferrer: Success and Survival
Jos Ferrer (1912-1992) war der erste puertoricanische Schauspieler, der 1950 für die Verfilmung von Cyrano de Bergerac den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt. Für seine Darstellung des liebeskranken Dichters und Schwertkämpfers hatte er bereits 1947 den Tony gewonnen, und er sollte für den Rest seines Lebens mit Cyrano identifiziert werden. Ferrer war ein wahrer Theaterdynamiker. 1952 führte er am Broadway Regie bei Stalag 17, The Fourposter und The Shrike (in dem er die Hauptrolle spielte), während in New York City die Filmleinwände seinen Auftritt in Anything Can Happen ankündigten.
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den 1950er Jahren profitierte Ferrer von seinem Oscar und feierte Erfolge mit Filmen wie Moulin Rouge und Die Meuterei der Caine. Bald wurde er auch hinter der Kamera eine Macht, spielte und führte Regie in Filmen wie Der Würger und Der große Mann, die bei der Kritik großen Anklang fanden. Doch in den späten 1950er Jahren wurden so ehrgeizige Theaterproduktionen wie Edwin Booth und Juno zu kritischen und kommerziellen Flops, und die Filmstudios verloren die Geduld. Mitte der 1960er Jahre nahm Ferrer jede Rolle an, die er bekommen konnte.
Er führte ein turbulentes Privatleben. Seine erste Ehe mit der Schauspielerin Uta Hagen endete mit einer Scheidung und einem Skandal. Seine persönliche und berufliche Beziehung zu Paul Robeson brachte Ferrer vor das House Un-American Activities Committee. Ferrers Ehe mit der Schauspielerin und Tänzerin Phyllis Hill wurde durch seine Untreue getrübt, während das anfängliche Eheglück mit der Sängerin Rosemary Clooney bald zerbrach. Trotz alledem hielt Ferrer durch und arbeitete praktisch bis zu seinem Tod. Er war stolz auf seine puertoricanische Herkunft, stiftete seinen Oscar der Universität von Puerto Rico und setzte sich für die Arbeit von Latino-Autoren ein. Er entwickelte sich ständig weiter und erweiterte seine Talente. Ferrers Leben ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte und ein Zeugnis für Neuerfindung und Widerstandsfähigkeit.