Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Untersuchung der Beiträge von Juden in verschiedenen militärischen Kontexten, insbesondere in europäischen Armeen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg. Jahrhunderts. Es bietet zwar gut recherchierte Einblicke und beleuchtet weniger bekannte Aspekte der jüdischen Militärgeschichte, lässt aber die jüdische Beteiligung an amerikanischen Kriegen vermissen und enthält bemerkenswerte Auslassungen in Bezug auf Juden in der Roten Armee in der Zwischenkriegszeit.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, informativ und bietet eine einzigartige Perspektive auf die Geschichte der jüdischen Militärbeteiligung. Es deckt verschiedene Epochen und Länder ab und hebt die bedeutenden Beiträge von Juden aus der Diaspora und ihre Verbindung zu den israelischen Verteidigungsstreitkräften hervor. Der Text ist detailliert und wurde für seine akademische Strenge gelobt.
Nachteile:Das Buch hat einen engen Fokus auf europäische Soldaten und geht nicht angemessen auf die Rolle der Juden in der amerikanischen Militärgeschichte ein. Außerdem fehlt ein wichtiger historischer Kontext in Bezug auf Juden in der Roten Armee in den 1920er und 1930er Jahren, was einige Leser als großes Versäumnis empfanden.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Jews and the Military: A History
Juden und das Militär ist der erste umfassende und vergleichende Blick auf die Beteiligung von Juden am Militär und ihre Einstellung zum Krieg von 1600 bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Derek Penslar zeigt, dass Juden, obwohl sie oft als Menschen beschrieben werden, die die Armee meiden, in Wirklichkeit häufig bereit, ja sogar begierig waren, Militärdienst zu leisten, und dass nur eine winzige Minderheit Pazifisten waren.
Penslar zeigt, dass Israels militärisches Ethos nicht aus einem Vakuum entstanden ist und dass Juden schon lange vor der Gründung des Staates ein großes Interesse an militärischen Angelegenheiten hatten. In einem Streifzug durch Europa, Nordamerika und den Nahen Osten erörtert Penslar die Mythen und Realitäten jüdischer Wehrdienstverweigerung, die Reaktion der Juden auf die Konfrontation mit ihren Glaubensbrüdern in der Schlacht, die Karrieren jüdischer Offiziere und ihre Aufnahme in der jüdischen Gemeinde, die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf jüdische Veteranen sowie die jüdische Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg und am Zweiten Weltkrieg. Penslar schließt mit einer Studie über Israels Unabhängigkeitskrieg als jüdischen Weltkrieg, der sich auf das militärische Fachwissen und die finanzielle Unterstützung einer mobilisierten, globalen jüdischen Gemeinschaft stützte.
Er untersucht, wie der Militärdienst ein zentrales Thema in den Debatten über die jüdische Emanzipation und ein wichtiger Indikator für die Stellung der Juden in einer bestimmten Gesellschaft war. Juden und das Militär dekonstruiert alte Stereotypen und verändert unser Verständnis der historischen Beziehung der Juden zu Krieg und militärischer Macht grundlegend.