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Jews and Ukrainians in Russia's Literary Borderlands: From the Shtetl Fair to the Petersburg Bookshop
Studien zur osteuropäischen Literatur haben sich weitgehend auf eine einzige Sprache, Kultur oder Nationalität beschränkt. In diesem höchst originellen Buch zeigt Glaser, wie Schriftsteller, die während eines Großteils des neunzehnten Jahrhunderts und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auf Russisch, Ukrainisch und Jiddisch arbeiteten, in einem intensiven Gespräch miteinander standen.
Der Marktplatz war sowohl der buchstäbliche Ort, an dem die Mitglieder dieser verschiedenen Gesellschaften und Kulturen miteinander interagierten, als auch ein reiches Thema für die Darstellung in ihrer Kunst. Der Einfluss von Gogol auf die russische Literatur ist allgemein bekannt, aber Glaser zeigt, dass er auch die ukrainische und jiddische Literatur stark beeinflusst hat. Und sie zeigt, dass Gogol nicht nur im Kontext seiner Wahlheimat St.
Petersburg, sondern auch in dem seiner ukrainischen Heimat zu verstehen ist. Die ukrainische und die jiddische Literatur, die sich in dieser Zeit entwickelten, wurden durch ihre geografische und kulturelle Lage am Rande des russischen Reiches geprägt.
So unterschiedlich diese Schriftsteller auch erscheinen mögen, so werden sie doch durch die Würdigung ihrer gemeinsamen Beziehung zu Russland weiter erhellt. Glasers Buch zeichnet ein weitaus komplizierteres Porträt der jüdischen (insbesondere der jiddischen) Literatur im Kontext der osteuropäischen und russischen Kultur, als es die Wissenschaft bisher zugelassen hat.