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Mit Visionen, nüchternem Urteilsvermögen und beißendem Humor stellte sich Julius Nyerere den Herausforderungen des Staatsaufbaus im modernen Afrika. Nyerere baute Tansania aus einer umstrittenen Union zwischen Tanganjika und Sansibar aus dem Kalten Krieg auf und wurde zu einem der einflussreichsten Führer des unabhängigen Afrika.
Er verfolgte seine eigene Art des afrikanischen Sozialismus, Ujamaa genannt, mit unbestrittener Integrität und hatte großen Einfluss auf die Bewegungen zur Beendigung der weißen Minderheitenherrschaft im südlichen Afrika. Doch seine Bemühungen um den Aufbau einer friedlichen Nation führten zu einem Polizeistaat, einer Wirtschaftskrise und einem Krieg mit Idi Amins Uganda. Schließlich zog sich Nyerere - anders als die meisten seiner Zeitgenossen - freiwillig von der Macht zurück und ebnete den Weg für friedliche Wahlen in Tansania, die bis heute andauern.
Auf der Grundlage multinationaler Archivrecherchen, umfangreicher Lektüre und Interviews mit Nyereres Familie und Kollegen sowie mit Menschen, die unter seiner Herrschaft gelitten haben, liefert Paul Bjerk eine prägnante und leicht verständliche Biografie dieses afrikanischen Führers von globaler Bedeutung. Indem er Nyereres Engagement für eine partizipatorische Regierung und soziale Gleichheit würdigt, sich aber auch mit seinen autoritären Wendungen und politischen Fehlern auseinandersetzt, bietet Bjerk ein Porträt einer prinzipientreuen Führungspersönlichkeit unter den schwierigen Umständen des postkolonialen Afrika.