Bewertung:

Das Buch bietet eine überzeugende Einführung und Verteidigung von John Maynard Keynes und der keynesianischen Wirtschaftslehre und unterstreicht deren Relevanz im 21. Jahrhundert. Die Autoren Backhouse und Bateman plädieren für ein differenziertes Verständnis von Keynes und stellen eine Version seines Denkens vor, die den im öffentlichen Diskurs häufig anzutreffenden Karikaturen entgegenwirkt. Sie bieten eine gut organisierte und intellektuell reichhaltige Erforschung der Ideen von Keynes, einschließlich eines kurzen bibliografischen Essays, der die Leser dazu einlädt, sich weiter mit der keynesianischen Wirtschaftslehre zu beschäftigen. Einige Leser kritisieren jedoch, dass die Autoren die technischen, mathematischen Grundlagen von Keynes' Arbeit übersehen.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und gegliederte Einführung in Keynes und den Keynesianismus
⬤ nuancierte Verteidigung gegen gängige Karikaturen
⬤ hebt die Bedeutung des keynesianischen Denkens für die moderne Wirtschaft hervor
⬤ ausgezeichneter bibliographischer Essay für weiterführende Lektüre
⬤ Einblicke in Keynes' Philosophie und Gesellschaftstheorie.
⬤ Kritik an den Autoren, weil sie die mathematisch-technischen Aspekte von Keynes' Arbeit nicht angemessen behandeln
⬤ einige sind der Meinung, dass das Buch Missverständnisse über Keynes' Verwendung der formalen Analyse aufrechterhält
⬤ der Eindruck, dass die Autoren eine vereinfachte Version von Keynes präsentieren, die sich von seiner tatsächlichen Komplexität unterscheidet.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Capitalist Revolutionary: John Maynard Keynes
Die Große Rezession von 2008 hat John Maynard Keynes wieder zu neuem Ruhm verholfen. Nach Jahrzehnten, in denen die keynesianische Revolution in Vergessenheit geraten zu sein schien, war der große britische Theoretiker plötzlich überall präsent. Die New York Times fragte: "Was hätte Keynes getan? "Die Financial Times schrieb über "die unbestreitbare Hinwendung zu Keynes". Le Monde bezeichnete den wirtschaftlichen Zusammenbruch als Keynes' "Rache". Zwei Jahre später, nach den Bankenrettungen und dem Tea-Party-Fundamentalismus, erschienen die keynesianischen Grundsätze einer Öffentlichkeit, die sich auf die ausufernden Haushaltsdefizite konzentriert, erneut als fehlgeleitet oder irrelevant. In dieser lesenswerten Darstellung arbeiten Backhouse und Bateman die Fehlinformationen und Karikaturen heraus, die dazu geführt haben, dass Keynes seit seinem Tod im Jahr 1946 immer wieder auferstanden ist und vergraben wurde.
Keynes' Auseinandersetzung mit der Sozial- und Moralphilosophie und seine Mitgliedschaft in der Bloomsbury Group von Künstlern und Schriftstellern haben seine Art zu theoretisieren geprägt. Obwohl er als Mathematiker ausgebildet wurde, entwarf er Modelle, die auf dem tatsächlichen Verhalten bestimmter Personengruppen (z. B. Investoren und Verbraucher) basieren - ein Ansatz, der im Gegensatz zu den idealisierten Akteuren steht, die von den Ökonomen am Ende des Jahrhunderts bevorzugt wurden.
Keynes wollte eine Revolution in der Art und Weise bewirken, wie die Welt über wirtschaftliche Probleme dachte, aber er war dem Kapitalismus gegenüber aufgeschlossener, als gemeinhin angenommen wird. Er sah den Kapitalismus als wesentlich für das Wohlergehen einer Gesellschaft an, aber auch als moralisch fehlerhaft, und er suchte nach einem Korrektiv für seinen Hauptfehler: das Versagen, Investitionen zu stabilisieren. Keynes' nuancierte Ansichten, so schlagen die Autoren vor, bieten eine Alternative zu der polarisierten Rhetorik, die das Wort "Kapitalismus" in den heutigen politischen Debatten oft hervorruft.