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Disasters Without Borders: The International Politics of Natural Disasters
Dramatische Szenen der Verwüstung und des Leids, die durch Katastrophen wie das Erdbeben und den Tsunami in Japan 2011 verursacht wurden, werden von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mit Schock und Entsetzen verfolgt. Was wir jedoch nur selten sehen, ist die internationale Politik der Katastrophenhilfe, der Schadensbegrenzung und der Prävention, die die kollektive Reaktion auf Naturkatastrophen auf der ganzen Welt bestimmt.
In diesem Buch argumentiert der angesehene kanadische Umweltsoziologe John Hannigan, dass die globale Staatengemeinschaft immer wieder dabei versagt hat, einen wirksamen und verbindlichen multilateralen Mechanismus zur Bewältigung von Katastrophen zu schaffen, insbesondere in den anfälligeren Ländern des Südens. Disasters without Borders ist die erste umfassende Darstellung der wichtigsten Meilensteine, Debatten, Kontroversen und Forschungen im Zusammenhang mit der internationalen Politik bei Naturkatastrophen.
Es zeichnet die historische Entwicklung dieses Politikfeldes von den humanitären Ursprüngen im Ersten Weltkrieg bis hin zu den aktuellen Bestrebungen, den Klimawandel als Hauptursache für das weltweite Katastrophenrisiko zu benennen, nach und verdeutlicht die anhaltende Diskrepanz zwischen der Art und Weise, wie Katastrophen konzeptualisiert wurden, und der institutionellen Architektur, die zu ihrer Bewältigung eingerichtet wurde. Die kühne Schlussfolgerung des Buches prognostiziert das Zusammentreffen von vier aufkommenden Trends - Politisierung/Militarisierung, Aufbau von Katastrophenszenarien, Privatisierung von Risiken und Quantifizierung -, die ein neues System des Katastrophenmanagements schaffen könnten, in dem die "Versicherungslogik" die humanitäre Sorge als Leitprinzip ablöst.