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Kesselsdorf 1745: Decision in the Fight for Silesia
Jahrhunderts denkt man an die bedeutenden Zusammenstöße großer Militärmächte: der Spanische Erbfolgekrieg und die Schlachten von Hochstdt und Malplaquet, der Große Nordische Krieg und die Schlachten von Narva und Poltawa, der Österreichische Erbfolgekrieg und Fontenoy, der Siebenjährige Krieg mit Ro bach, Leuthen und Zorndorf oder der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg mit Saratoga und Yorktown. Alle diese Gefechte tauchen immer wieder in den Listen der großen Schlachten der Weltgeschichte auf, und es gibt Gründe, warum sie einen Platz darin verdienen.
Doch keine von ihnen beendete den Krieg, in dem sie ausgetragen wurden. Nicht so die Schlacht von Kesselsdorf, die heute weitgehend vergessen ist und wohl nie den Weg in eine Anthologie der weltgeschichtlich bedeutenden Schlachten finden wird, die aber durchaus einen solchen Platz verdient hätte. Denn die unmittelbare Folge des Sieges der preußischen Armee unter Leopold von Anhalt-Dessau über ein sächsisches Heer auf den Höhen bei Kesselsdorf war der Friedensschluss von Dresden.
Darin verzichtete Österreich erneut auf seine Ansprüche auf die Provinz Schlesien, die im Ersten Schlesischen Krieg an Preußen verloren worden war. Darüber hinaus stieg Preußen in den Rang der europäischen Großmächte auf und wurde zum regionalen Hegemon in Norddeutschland, während das aufstrebende Kurfürstentum Sachsen im Reich und in Europa erheblich an politischer Bedeutung verlor. Diese Verschiebung im Machtgefüge zwischen Preußen und Sachsen wurde mit dem Frieden von Dresden besiegelt.
Im kollektiven Gedächtnis wird dieses Ereignis jedoch durch die Besetzung des Kurfürstentums im Siebenjährigen Krieg sowie durch den Tod Friedrich Augusts II. und seines wichtigsten Vertrauten Heinrich Graf von Brühl 1763 und den Zerfall der Sächsisch-Polnischen Union verdrängt. Diese Ereignisse ließen die Erinnerung an Kesselsdorf in Sachsen verblassen, und auch in Preußen wurde sie nicht besonders gepflegt, da es sich nicht um einen Sieg Friedrichs des Großen handelte, sondern um den eines Mannes, der unter Friedrichs wenig geliebtem Vater Karriere gemacht hatte und dessen Verhältnis zum König oft kühl war.
Diese Umstände führten dazu, dass Kesselsdorf weder in der preußischen noch in der sächsischen Militärgeschichte viel Platz eingeräumt wurde. Ziel dieses Buches ist es daher, nicht nur den Verlauf der Schlacht zu rekonstruieren, sondern auch ihre historische Bedeutung zu ermitteln.