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Kierkegaard and the Crisis of Faith: An Introduction to His Thought
Das Ansehen des dänischen Philosophen und religiösen Denkers Soren Kierkegaard hat in den letzten Jahren zugenommen. Doch weil er Kommunikation ebenso sehr als Selbstverbergung wie als Selbstoffenbarung betrachtete, kann er immer noch als eine abweisende und schwierige Figur erscheinen.
Die bewusste Zweideutigkeit Kierkegaards, mit der er seine Leser sowohl abstoßen als auch anziehen wollte, wird hier von George Pattison erforscht, der dem skandalösen Element im Werk des Philosophen volle Aufmerksamkeit schenkt und sich nicht vor seiner ambivalenten Haltung zu Sexualität, Körper, Ehe und Familie scheut. Dieses Buch unterscheidet sich von anderen nicht-technischen Einführungen in Kierkegaard dadurch, dass es nicht versucht, einen Teil von Kierkegaards Schriften gegenüber anderen hervorzuheben, sondern vielmehr eine Perspektive auf sein Leben und sein Werk als Ganzes bietet.
Die Tatsache, dass sich Kierkegaard in seiner Zeit mit vielen der Probleme auseinandersetzte, die unsere Zeit bedrängen, und häufig faszinierende Antworten auf diese Probleme gab, ist ein wichtiger Anreiz, sich heute mit seinem Denken auseinanderzusetzen. Indem er Kierkegaard in den Kontext einer Glaubenskrise stellt und wertvolle Verbindungen zwischen den Ereignissen im Leben des Philosophen und der Entwicklung seines Denkens herstellt, hat der Autor dieser zeitgemäßen, gut lesbaren und ansprechend geschriebenen Studie ein Buch vorgelegt, das auch für eine breite, nicht spezialisierte Leserschaft von Interesse sein dürfte.