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Sound of Africa!: Making Music Zulu in a South African Studio
Die Bassgitarre verstärken, den Gesang abmischen, das Schlagzeug überspielen, während man sich über Schießereien auf der Straße aufregt. Er schimpft über einen Produzenten, ärgert einen weißen Tontechniker und fordert einen Künstler auf, seinen afrikanischen Beat zu fühlen.
Sound of Africa ist ein fesselnder Bericht über die Produktion eines Mbaqanga-Albums in einem modernen Aufnahmestudio in Johannesburg. Der durch Mahlathini und die Mahotella Queens international populär gewordene mbaqanga-Stil zeichnet sich durch eine Bass-Solostimme und die hochfliegenden Harmonien einer weiblichen Frontline über E-Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug aus. Louise Meintjes berichtet über die Aufnahme und das Abmischen eines Albums von Izintombi Zesimanje, der historischen Konkurrenzgruppe der Mahotella Queens.
Sound of Africa spielt in den frühen 1990er Jahren während des turbulenten Übergangs Südafrikas von der Apartheid zur demokratischen Herrschaft und bietet ein seltenes Porträt des Musikaufnahmeprozesses. Es zeichnet das nuancierte Zusammenspiel zwischen der staatlichen Kontrolle Südafrikas, der transnationalen Dynamik der Musikindustrie und dem Kampf der Mbaqanga-Künstler um politische, berufliche und persönliche Mitsprache nach.
Meintjes konzentriert sich auf die Art und Weise, wie Künstler, Produzenten und Tontechniker im Regieraum des Studios zusammenarbeiten, und zeigt nicht nur, wie bestimmte Mbaqanga-Sounds technisch geformt werden, sondern auch, wie Egos und künstlerische Sensibilitäten sowie Ethnie und Ethnizität die Mischung beeinflussen. Sie analysiert, wie die turbulente Identitätspolitik rund um den ethnischen Nationalismus der Zulu die Entscheidungen der Mbaqanga-Künstler im und außerhalb des Studios beeinflusst hat. Umgekehrt untersucht sie, wie der globale Konsum von Afropop und afrikanischen Bildern während des Aufnahmeprozesses auf mbaqanga zurückwirkte.
Meintjes achtet besonders darauf, wie die emotionalen Qualitäten der Klangfarbe komplexe Verbindungen zwischen ästhetischen Praktiken und politischer Ideologie herstellen. Lebendige Fotos des international renommierten Fotografen TJ Lemon dramatisieren Meintjes' Ethnografie zusätzlich.