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Collateral Knowledge: Legal Reasoning in the Global Financial Markets
Wer sind die Akteure der Finanzregulierung? Ist eine gute (oder schlechte) finanzielle Governance lediglich das Werk von Gesetzgebern und Regulierungsbehörden? Annelise Riles argumentiert, dass die Finanzmarktregulierung nicht nur durch Gesetze und politische Maßnahmen von oben nach unten erfolgt, sondern auch durch den täglichen Einsatz von alltäglichen Rechtstechniken wie Sicherheiten durch eine Vielzahl von sekundären Akteuren, von Rechtstechnikern und Kleinanlegern über Finanziers und Wissenschaftler bis hin zu computergesteuerten Handelsprogrammen.
Auf der Grundlage ihrer zehnjährigen ethnografischen Feldforschung auf dem japanischen Derivatemarkt untersucht Riles die Verwendung von Sicherheiten auf den Finanzmärkten als Regulierungsinstrument zur Stabilisierung von Markttransaktionen. Die Funktionsweise von Sicherheiten, so Riles, ist paradigmatisch für eine Klasse von unauffälligen, alltäglichen, aber unverzichtbaren Aktivitäten und Praktiken, die allzu oft ignoriert werden, wenn wir darüber nachdenken, wie Märkte funktionieren und reguliert werden sollten.
Riles versucht, unser Verständnis von Rechtstechniken zu demokratisieren und zu zeigen, wie diese alltäglichen privaten Handlungen reformiert werden können, um effektivere Formen der Marktregulierung zu schaffen.