
Confucian Values and Popular Zen: Sekimon Shingaku in Eighteenth Century Japan
Obwohl die ostasiatische Religion gemeinhin als synkretistisch bezeichnet wird, wird die historische Interaktion zwischen buddhistischen, konfuzianischen und anderen Traditionen von Religionswissenschaftlern oft vernachlässigt. In dieser zum Nachdenken anregenden Studie geht Janine Sawada über die konventionellen Ansätze zur Geschichte der japanischen Religion hinaus, indem sie die Art und Weise analysiert, in der der Neokonfuzianismus und das Zen im frühmodernen Japan eine populäre Synthese bildeten.
Sie zeigt, wie Shingaku, eine vom Kaufmann Ishida Baigan begründete Lehre, nach dessen Tod zu einer weit verbreiteten religiösen Bewegung erblühte, die Ideen und Praktiken aus diesen Traditionen selektiv kombinierte. Auf der Grundlage neuer Forschungen zu den Originalquellen von Shingaku stellt Sawada die Ansicht in Frage, dass es sich bei der Lehre um eine oberflächliche Handelsethik handelte, indem sie die Bedeutung der mystischen Erfahrung von Shingaku und ihre enge Beziehung zur moralischen Kultivierung in dem von Baigans Nachfolger Teshima Toan entwickelten Programm beleuchtet. Dieses Buch legt auch die Notwendigkeit eines Ansatzes für die Geschichte der japanischen Bildung nahe, der sowohl die informelle Übertragung von Ideen als auch die institutionelle Schulbildung berücksichtigt.
Shingaku trug zur Entwicklung der japanischen Bildung bei, indem es moralisches und religiöses Wissen in großem Umfang an die weniger gebildeten Schichten der Tokugawa-Gesellschaft weitergab. Sawada interpretiert die Popularität der Bewegung als Teil eines allgemeinen Trends im frühneuzeitlichen Japan, in dem das einfache Volk nach Formen des Lernens suchte, die im Kontext des täglichen Lebens ausgeübt werden konnten.