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Counterfactual Thought Experiments in World Politics: Logical, Methodological, and Psychological Perspectives
Politikwissenschaftler fragen sich oft, was gewesen wäre, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre: wenn Stalin als Generalsekretär der Partei abgesetzt worden wäre oder wenn die Vereinigten Staaten die Bombe nicht auf Japan abgeworfen hätten. Obwohl Wissenschaftler manchmal über die Anwendung hypothetischer Überlegungen auf die Weltpolitik spotten, halten die Autoren dieses Bandes - darunter James Fearon, Richard Lebow, Margaret Levi, Bruce Russett und Barry Weingast - solche kontrafaktischen Überlegungen nicht nur für nützlich, sondern auch für notwendig, um aus historischen Daten kausale Schlüsse zu ziehen.
In Anbetracht der Bedeutung kontrafaktischer Aussagen ist es vielleicht überraschend, dass es keine Standards für ihre Bewertung gibt. Um diese Lücke zu schließen, schlagen Philip Tetlock und Aaron Belkin eine Reihe von Kriterien zur Unterscheidung zwischen plausiblen und unplausiblen kontrafaktischen Vermutungen für ein breites Spektrum von Anwendungen vor.
Die Autoren dieses Bandes verwenden diese und andere Kriterien, um kontrafaktische Annahmen zu bewerten, die in verschiedenen methodischen Kontexten wie vergleichenden Fallstudien, Spieltheorie und statistischer Analyse auftauchen. Zusammengenommen sind diese Aufsätze ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eines nuancierteren und strengeren Rahmens für die Bewertung kontrafaktischer Argumente in der Weltpolitik im Besonderen und in den Sozialwissenschaften im Allgemeinen.