Bewertung:

Philip E. Tetlocks „Expert Political Judgement“ zeigt auf, dass Experten bei der Vorhersage politischer Ereignisse oft nicht genauer sind als Nicht-Experten. Das Buch basiert auf umfangreichen Untersuchungen, bei denen die Leistung von fast 300 politischen Experten analysiert wurde. Das Buch unterstreicht die Bedeutung kognitiver Stile und flexiblen Denkens für die Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit gegenüber bloßem Fachwissen.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, präsentiert überzeugende Beweise gegen die Zuverlässigkeit von Expertenprognosen und regt zum kritischen Denken an. Es ist informativ für alle, die sich für politische Prognosen interessieren, und bietet Einblicke in die Auswirkungen von Denkstilen auf die Vorhersagegenauigkeit. Die Prosa ist klar und richtet sich sowohl an Fachleute als auch an die breite Öffentlichkeit, wodurch komplexe Themen verständlich werden.
Nachteile:Einige Leser fanden Abschnitte, insbesondere die statistischen Teile, schwierig zu handhaben oder übermäßig ausführlich. In einigen Rezensionen wird der Schreibstil als zu kompliziert und wenig fesselnd kritisiert, und es wird behauptet, dass es an klaren Erklärungen für die Konzepte mangelt. Außerdem wird behauptet, dass das Buch von einem gründlicheren Lektorat hätte profitieren können.
(basierend auf 40 Leserbewertungen)
Expert Political Judgment: How Good Is It? How Can We Know? - New Edition
Das Buch Expert Political Judgment des New York Times-Bestsellerautors Philip Tetlock hat sich seit seiner Erstveröffentlichung als zeitgenössischer Klassiker in der Literatur zur Bewertung von Expertenmeinungen etabliert.
Tetlock erörtert zunächst die Frage, ob die Welt zu komplex ist, als dass die Menschen die Mittel finden könnten, um politische Phänomene zu verstehen, geschweige denn die Zukunft vorherzusagen. Er bewertet Vorhersagen von Experten aus verschiedenen Bereichen und vergleicht sie mit Vorhersagen von gut informierten Laien oder solchen, die auf einer einfachen Extrapolation aktueller Trends beruhen. Anschließend analysiert er, welche Denkstile bei Vorhersagen erfolgreicher sind. Tetlock klassifiziert die Denkstile anhand von Isaiah Berlins Prototypen des Fuchses und des Igels und behauptet, dass der Fuchs - der Denker, der viele kleine Dinge weiß, aus einer eklektischen Reihe von Traditionen schöpft und besser in der Lage ist, als Reaktion auf sich verändernde Ereignisse zu improvisieren - bei der Vorhersage der Zukunft erfolgreicher ist als der Igel, der eine große Sache weiß, sich hingebungsvoll innerhalb einer Tradition abmüht und formelhafte Lösungen für schlecht definierte Probleme vorgibt. Er stellt eine perverse umgekehrte Beziehung zwischen den besten wissenschaftlichen Indikatoren für gutes Urteilsvermögen und den Qualitäten fest, die die Medien bei Experten am meisten schätzen - die zielstrebige Entschlossenheit, die erforderlich ist, um im ideologischen Kampf zu siegen.
Das klar geschriebene und tadellos recherchierte Buch füllt eine große Lücke in der Literatur zur Bewertung von Expertenmeinungen. Es ist für viele akademische Disziplinen ebenso interessant wie für Unternehmen, die Standards für die Beurteilung von Expertenentscheidungen entwickeln wollen. Mit einem neuen Vorwort, in dem Tetlock die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet erörtert, untersucht das Buch, was ein gutes Urteilsvermögen bei der Vorhersage zukünftiger Ereignisse ausmacht, und geht der Frage nach, warum Experten mit ihren Prognosen oft falsch liegen.