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Corrupted: A Study of Chronic Dysfunction in South African Universities
In der südafrikanischen Hochschulbildung sind die Bilder von Dysfunktionalität allgegenwärtig. Studentenproteste. Gewalt. Polizeipräsenz. Gummi- oder echte Kugeln. Störungen des Unterrichts. Brennende Reifen. Beschädigte Gebäude. Verletzte und manchmal Tote. Berichte über Korruption im großen Stil. Jahr für Jahr, oft an denselben Universitäten, scheint das Problem der routinemäßigen Instabilität unlösbar.
Die finanziellen, akademischen und reputationsbezogenen Kosten der anhaltenden Dysfunktion sind hoch, insbesondere für die Universitäten, die in dem nicht enden wollenden Kampf um die Überwindung des Apartheid-Erbes gefangen sind. Dafür gibt es zahlreiche Erklärungen, darunter fehlende Ressourcen, mangelnde Kapazitäten, die ländliche Lage, korrupte Beamte und endemische Konflikte. Corrupted wirft einen genaueren Blick auf die Funktionsstörungen an einer Auswahl südafrikanischer Universitäten und versucht, die Ursachen zu entschlüsseln.
Im Mittelpunkt des Problems steht die leidige Frage der Ressourcen oder, noch wichtiger, das Verhältnis zwischen Ressourcen und Macht: Wer bekommt was und warum? Unabhängig davon, was sie sonst noch sein will - in der Regel ein Ort der Lehre, des Lernens, der Forschung und der öffentlichen Aufgabe - ist eine Universität in einer verarmten Gemeinschaft auch eine reiche Konzentration von Ressourcen, um die korrupte Mitarbeiter, Studenten und Menschen außerhalb des Campus alle wetteifern.
Ausgehend von einem politökonomischen Ansatz beschreibt Jonathan Jansen den täglichen Kampf um institutionelle Ressourcen und bietet zugängliche, sinnvolle Einsichten. Er argumentiert, dass das Problem nicht allein durch Investitionen in den "Kapazitätsaufbau" gelöst werden kann, da die Kombination aus institutioneller Kapazität und institutioneller Integrität zur seriellen Instabilität an Universitäten beiträgt. Dauerhafte Lösungen würden vielmehr die Entpolitisierung der Universitätsräte und die Ernennung von Akademikern mit Integrität und Kapazität zur Verwaltung und Leitung dieser fragilen Institutionen beinhalten.
Diese bahnbrechende und längst überfällige Studie wird den Universitäten einen vielversprechenden Weg in die Zukunft weisen, damit sie ihren Gemeinschaften und dem Land im Allgemeinen besser dienen können.