
War and the Politics of Identity in Ethiopia: The Making of Enemies and Allies in the Horn of Africa
Untersucht den Krieg und die Auswirkungen der Kriegsführung auf die Identitätsbildung in Äthiopien.
Kriegsbilder, Leidensgeschichten und Vorstellungen von ethnischer Zugehörigkeit sind untrennbar mit der westlichen Wahrnehmung von Afrika verbunden. Gefiltert durch die zumeist internationalen Medien werden die Informationen über afrikanische Kriege auf enge Erklärungskategorien beschränkt, die aus der westlichen Geschichte und politischen Kultur stammen und an diese angepasst sind. Dieses Buch zielt darauf ab, diesen Prozess umzukehren und Krieg und Leid aus der Sicht derjenigen zu betrachten, die ihn führen und durch ihn leiden. Dabei zeigt es auf, dass die vereinfachenden Erklärungsmodelle für die gegenwärtigen Kriege in Afrika, die im westlichen Diskurs reproduziert werden, grundsätzlich falsch sind.
Dieses Buch untersucht das Verständnis von Krieg und die Auswirkungen der Kriegsführung auf die Bildung und Konzeptualisierung von Identitäten in Äthiopien. Ausgehend von historischen Feindbildern wird der jüngste eritisch-äthiopische Krieg (1998-2000) als empirischer Hintergrund genutzt, um die prägenden Auswirkungen des Krieges zu untersuchen, indem die Identitätspolitik und die sich verändernden Wahrnehmungen von Feinden und Verbündeten analysiert werden.
KJETIL TRONVOLL ist Professor für Menschenrechte, Friedens- und Konfliktstudien am Norwegischen Zentrum für Menschenrechte der Universität Oslo. Zu seinen weiteren Veröffentlichungen gehören Brothers at War: Making Sense of the Eritrean-Ethiopian War (Co-Autor; James Currey/Ohio University Press, 2000) und The Ethiopian Red Terror Trials: Transitional Justice Challenged (Mitherausgeber; James Currey 2009).