Bewertung:

Das Buch bietet eine nachdenklich stimmende Analyse der Utopie der Aufklärung und vertritt die These, dass die aus dieser Epoche stammenden Ideologien zu Totalitarismus und Massenterror führten. Es befasst sich mit den Folgen des Eindringens der Privatmoral in die Politik und dem Aufkommen von Geheimgesellschaften. Obwohl es eine interessante These mit einer starken historischen Argumentation präsentiert, kritisieren einige Leser den akademischen Stil und die Übersetzungsprobleme.
Vorteile:Das Buch ist knapp gehalten (weniger als 200 Seiten) und bietet eine brillante Analyse der Entwicklung vom absolutistischen Staat zum aufklärerischen Denken und seiner Auswirkungen auf die moderne Gesellschaft. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf einzigartige Aspekte der Aufklärung, vor allem auf den Einfluss der Geheimbünde. Die These ist provokativ und setzt sich gut mit dem zeitgenössischen politischen Denken auseinander.
Nachteile:Der Schreibstil ist übermäßig akademisch und enthält unübersetzte Passagen, die einige Leser abschrecken könnten. Es gibt Probleme mit der Übersetzung, was zu einem Verlust an Nuancen und Klarheit führt. Die sich wiederholenden Thesen des Autors und die abrupten Übergänge tragen zu einem etwas mechanischen Leseerlebnis bei.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Critique and Crisis: Enlightenment and the Pathogenesis of Modern Society
Kritik und Krise begründete den Ruf von Reinhart Koselleck als wichtigstem deutschen Geisteshistoriker der Nachkriegszeit. Diese erste englische Übersetzung von Kosellecks Meisterwerk weist eine chronologische Breite, eine philosophische Tiefe und eine Originalität auf, die in kaum einem wissenschaftlichen Bereich ihresgleichen haben. Es ist eine Geschichte der Aufklärung im Kleinen, die für unser Verständnis dieser Zeit und ihrer Folgen von grundlegender Bedeutung ist. Wie Tocqueville betrachtet Koselleck die Intellektuellen der Aufklärung als eine entwurzelte, unrealistische Gruppe von Schaulustigen, die den Keim für die modernen politischen Spannungen legten, die erstmals in der Französischen Revolution aufblühten. Er argumentiert, dass die Spaltung zwischen Staat und Gesellschaft, die sich während der Aufklärung entwickelte, die Entstehung dieser intellektuellen Elite förderte, die von der politischen Realität abgekoppelt war. Koselleck beschreibt, wie diese Trennung zwischen der eigentlichen politischen Autorität und ihren Untertanen zu privaten Sphären führte, die später zu Zentren moralischer Autorität und schließlich zu Modellen für die politische Gesellschaft wurden, die wenig oder gar keine Rücksicht auf die Zwänge nahmen, unter denen Politiker unweigerlich arbeiten müssen. Auf diese Weise hat die fortschrittliche bürgerliche Philosophie, die das Versprechen einer einheitlichen und friedlichen Welt zu bieten schien, in Wirklichkeit genau das Gegenteil bewirkt.
Das Buch bietet eine Fülle von Beispielen aus ganz Europa, um die immer noch aktuelle Botschaft zu veranschaulichen, dass wir uns den Zwängen und Notwendigkeiten des politischen Raums auf eigene Gefahr entziehen.
Critique and Crisis ist in der Reihe Studies in Contemporary German Social Thought erschienen, herausgegeben von Thomas McCarthy.