
Culture Troubles: Politics and the Interpretation of Meaning
Die Politik in anderen Ländern als dem eigenen zu verstehen, ist ein gefährliches Unterfangen. Wenn Sie zwei Zeitungsartikel zum selben Thema lesen, die aber aus verschiedenen Ländern stammen, werden Sie wahrscheinlich zwei sehr unterschiedliche Interpretationen desselben Ereignisses finden.
Aber wie wir über das denken, was in unserem eigenen Land geschrieben wird, scheint irgendwie weniger verzerrt, weniger falsch zu sein. Welche Seite ist also richtig? Und von welchem Bezugspunkt aus können wir beginnen, die beiden zu vergleichen? Culture Troubles ist eine systematische Neubewertung der Rolle der Kultur in der politischen Analyse.
Patrick Chabal und Jean-Pascal Daloz argumentieren, dass es unklug ist, verschiedene Gesellschaften zu vergleichen, ohne die Kultur zu berücksichtigen, die ihrer Ansicht nach kein Wertesystem ist, sondern ein System von ererbten Bedeutungen und Symbolen. Dieser kulturelle Ansatz, so argumentieren sie, kann dem politischen Vergleich einen Sinn verleihen, und sie skizzieren die Form dieses Ansatzes, der sich auf eine eklektische Bandbreite von Quellen stützt.
Zur Veranschaulichung der Schärfe ihrer Methoden führen sie eine vergleichende Studie über den Staat und die politische Repräsentation in drei sehr unterschiedlichen Ländern - Frankreich, Nigeria und Schweden - durch, um die vielen Wege zu entwirren, auf denen die Kultur unser Verständnis der politischen Ereignisse beeinflusst. Im Ergebnis bietet Culture Troubles einen rationalen Ausgangspunkt, von dem aus wir beginnen können, ausländische Politik zu verstehen.