
Landscape and Authority in the Early Modern World
Höfe und Gesellschaften in der eurasischen Welt der frühen Neuzeit wurden durch die physischen, technologischen und konzeptionellen Entwicklungen ihrer Zeit grundlegend verändert. Sich entwickelnde Kommunikationsformen, eine stark erweiterte Mobilität, die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Entstehung einer zunehmend integrierten globalen Wirtschaft wirkten sich alle darauf aus, wie Staaten ihre Visionen von Autorität artikulierten und in die Gesellschaften projizierten, die ihrerseits diese Visionen auf oft kontrastierende Weise wahrnahmen und darauf reagierten. Die Landschaft spiegelte diese Veränderungen wider und diente gleichzeitig als Vehikel für sie, da die Beziehung zwischen dem Land, seiner Vorstellung und seinem Verbrauch zu einem fruchtbaren Ort für die Aushandlung imperialer Identitäten innerhalb und außerhalb des Hofes wurde.
In Landscape and Authority in the Early Modern World (Landschaft und Autorität in der frühneuzeitlichen Welt) untersuchen die Autoren die Rolle der Landschaft bei der Artikulation und dem Ausdruck der imperialen Identität sowie bei der Vermittlung der Beziehungen zwischen dem Hof und seinem zahlreichen Publikum in der frühneuzeitlichen Welt. Neun Studien, die sich auf die geografischen Gebiete Ost- und Südasiens, der islamischen Welt und Europas konzentrieren, beleuchten, wie frühneuzeitliche Höfe und Gesellschaften die Landschaft formten und von ihr geformt wurden, und zwar sowohl physische Orte wie Gärten, Paläste, Städte und Jagdparks als auch konzeptionelle Orte wie Grenzen, idealisierte Gemeinwesen und den Kosmos.
Die gesammelten Aufsätze erweitern die Bedeutung und das Potenzial der Landschaft als kommunikatives Medium in dieser Zeit, indem sie eine Reihe von Formen und Themen miteinander in Dialog setzen, darunter nicht nur einzigartige Ausdrucksformen wie Gärten, Gemälde und Manuskripte, sondern auch die Produkte der sich rasch entwickelnden kommerziellen Reproduktionstechnologien, insbesondere des Drucks. Der Band lädt zu einem tieferen und nuancierteren Verständnis der Komplexität ein, mit der die frühneuzeitlichen Staaten verschiedene Formen von Landschaft für unterschiedliche Zielgruppen und Umgebungen konstruierten und einsetzten.
Mitwirkende: Robert Batchelor, Seyed Mohammad Ali Emrani, John Finlay, Caroline Fowler, Katrina Grant, Finola O'Kane, Anton Schweizer, Larry Silver, Stephen H. Whiteman.