Bewertung:

Professor Hubers Buch untersucht die Beziehung zwischen Erdöl und der amerikanischen Erfahrung von Freiheit im Kontext des US-Kapitalismus und konzentriert sich dabei auf den Neoliberalismus und die kulturellen Implikationen des Energieverbrauchs.
Vorteile:Das Buch bietet eine tiefgreifende theoretische Untersuchung der Verbindungen zwischen Öl, Neoliberalismus und Reichtumsakkumulation und richtet sich an Leser, die sich für Kulturgeografie und Energiepolitik interessieren.
Nachteile:Der Autor befasst sich nicht mit dem Interstate Highway System, was einige Leser überraschen mag oder als bedeutendes Versäumnis empfinden.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Lifeblood: Oil, Freedom, and the Forces of Capital
Wenn unsere Ölabhängigkeit so schlecht für uns ist, warum hören wir dann nicht auf? Jenseits der üblichen Schuldigen - Big Oil, Petro-Staaten und die Strategen des Imperiums - findet Lifeblood eine tiefere und komplexere Erklärung in den alltäglichen Praktiken des Ölverbrauchs in der amerikanischen Kultur. Diese Praktiken, so Matthew T. Huber, haben in der Tat die breitere Kulturpolitik des amerikanischen Kapitalismus geprägt.
Wie wurden Benzin und zahllose andere Erdölprodukte so zentral für unsere Vorstellungen vom American Way of Life? Huber geht der Antwort von den 1930er Jahren über die Ölschocks der 1970er Jahre bis zu unserer heutigen Situation nach und zeigt, dass die Rolle des Öls bei der Definition der Populärkultur weit über die materiellen Verbindungen zwischen Öl, Vorstadt und Automobilität hinausgeht. Er zeigt, wie das Öl eine kulturelle Politik des unternehmerischen Lebens vorantrieb - die amerikanische Idee, dass das Leben selbst ein Produkt der individuellen unternehmerischen Fähigkeiten ist. Dabei nutzt er das Öl, um die amerikanische politische Geschichte vom Triumph des New-Deal-Liberalismus bis zum Aufstieg der Neuen Rechten zu erzählen, von der Feier des Öls als Lebenselixier des Nachkriegskapitalismus bis zu den zunehmenden Ängsten vor der Ölabhängigkeit.
Lifeblood überdenkt die Debatten um Energie und Kapitalismus, Neoliberalismus und Natur sowie die Bedeutung der Suburbanisierung für den Rechtsruck in der amerikanischen Politik. Heute, so Huber, wo sich die Krisen, die auf das Öl zurückzuführen sind, verschärfen, hat das populistische Verlangen nach billiger Energie weniger mit dem amerikanischen Exzess als mit den erodierenden Lebensbedingungen im Neoliberalismus zu tun.