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Levinas on the Primacy of the Ethical: Philosophy as Prophecy
Untersuchung der Beziehung zwischen Phänomenologie und Religion in den Schriften von Levinas
Die Philosophie von Emmanuel Levinas bekräftigt sowohl die Dringlichkeit des Friedens als auch die Tatsache, dass der Frieden nie endgültig gesichert ist. Diese Spannung ist eine Frage der Verantwortung und des ethischen Verhältnisses, in dem diese Verantwortung begründet ist. Jeffrey Bloechl geht dieser prophetischen Dimension der Philosophie von Levinas nach - seinem Engagement für die Phänomenologie und für eine Religionsphilosophie -, um die gegenseitige Verstärkung und die Verständlichkeit dieser beiden Stränge zu begründen.
Levinas über den Primat des Ethischen zeichnet die Entstehung von Levinas' frühem Denken in Bezug auf die moderne politische Philosophie, seine Revision von Martin Heideggers Existenzphänomenologie, die Konsolidierung seiner reifen Position, seine wichtigen Differenzen mit der Freudschen Psychoanalyse, die Hinwendung von der Metaphysik zur Sprache in seiner späteren Philosophie und seine komplexe Beziehung zur christlichen Theologie nach. Ausgehend von einer Darstellung, wie positive Vorstellungen von religiöser Transzendenz bereits in einigen frühen phänomenologischen Texten von Levinas vorhanden sind, stellt Bloechl dann die umgekehrte Behauptung auf: dass Levinas' Gottesbegriff von seiner existentiellen Phänomenologie abhängig ist. Chronologisch vorgehend, aber mit häufigen Verweisen auf spätere Entwicklungen, baut dieses Buch auf die ultimative Behauptung hin, dass Levinas uns eine Phänomenologie des Ereignisses und der Beziehung anbietet, ohne sich auf ein Fundament, einen Grund oder ein kausales Prinzip zu berufen. Nur auf diese Weise ist Levinas in der Lage, ein Argument - und nicht nur eine Ermahnung - für den Vorrang des Ethischen, wie er es versteht, zu liefern.