Bewertung:

Das Buch untersucht das Konzept der „globalen dauerhaften Unordnung“ in der Zeit nach dem Kalten Krieg und verwendet Libyen als primäre Fallstudie. Es argumentiert gegen die Idee einer friedlichen Weltordnung und hebt den anhaltenden Einfluss von Staaten und verschiedenen nichtstaatlichen Akteuren hervor. Durch detaillierte Analysen, insbesondere der libyschen Wirtschaft, präsentiert der Autor eine Mischung aus persönlichen Anekdoten und seriöser geopolitischer Analyse, die das Buch sowohl für Fachleute als auch für allgemeine Leser interessant macht.
Vorteile:Das Buch bietet einen einzigartigen und detaillierten Einblick in die libysche Wirtschaft und ihre Rolle im Weltgeschehen. Es verbindet auf effektive Weise persönliche Einblicke mit einer breiteren geopolitischen Analyse und hilft dem Leser, komplexe internationale Beziehungen zu verstehen. Es stellt bestehende Ansichten zur Weltpolitik in Frage und bietet wertvolle Perspektiven, die sowohl informativ als auch intellektuell anregend sind.
Nachteile:Die thematische Komplexität kann für Leser, die mit internationalen Beziehungen oder libyschen Besonderheiten nicht vertraut sind, überwältigend sein. Obwohl das Buch auf Zugänglichkeit abzielt, könnten einige Leser die Mischung aus detaillierter wirtschaftlicher Analyse und persönlichen Anekdoten als uneinheitlich oder ablenkend empfinden.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Libya and the Global Enduring Disorder
Wir leben nicht mehr in einer Welt, die von internationaler Koordination, einem einheitlichen NATO-Block oder einem amerikanischen Hegemon regiert wird. Traditionell führt der Niedergang eines Imperiums zu einer Wiederherstellung des Gleichgewichts der Kräfte durch einen Kampf zwischen rivalisierenden Ordnungssystemen.
Doch diese Dynamik ist heute überraschenderweise nicht vorhanden; stattdessen haben die Supermächte zeitweise alle versucht, das zu fördern, was Jason Pack als „anhaltende Unordnung“ bezeichnet. Er vertritt die Auffassung, dass der anhaltende Konflikt in Libyen - mehr noch als die Bürgerkriege in Jemen, Syrien, Venezuela oder der Ukraine - den idealen Mikrokosmos darstellt, um die wichtigsten Merkmale dieser neuen Ära der Geopolitik zu erkennen. Die Entwicklung des Landes nach dem Sturz Gaddafis wurde durch das völlige Fehlen einer kohärenten internationalen Diplomatie geprägt, während die schrittweise Implosion Libyens zu einer grenzüberschreitenden Ansteckung geführt hat, die die globalen Institutionen und die internationale Partnerschaft weiter untergräbt.
Pack stützt sich auf mehr als zwei Jahrzehnte Forschung in und über Libyen und Syrien, um die kafkaesken Aspekte des heutigen Weltgeschehens aufzuzeigen. Er zeigt, wie selbst die Bedrohungen durch den Arabischen Frühling und die Ermordung des US-Botschafters J.
Christopher Stevens in Benghazi keine einheitliche westliche Reaktion hervorrufen konnten. Vielmehr haben sie die globale Zusammenarbeit weiter untergraben und die sich selbst verstärkende Natur der allmählich zusammenbrechenden Weltordnung demonstriert.