Bewertung:

Das Buch enthält eine anregende Analyse der globalen Ordnung und nutzt Libyen als Fallstudie, um Themen wie politische Unordnung und wirtschaftliche Herausforderungen zu untersuchen. Der Autor Jason Pack vertritt die Ansicht, dass die Ära nach dem Kalten Krieg zu Ende gegangen ist, was zu einer Situation geführt hat, die durch globale Unordnung gekennzeichnet ist, in der Staaten und nichtstaatliche Akteure um die Macht konkurrieren. Die Erzählung ist mit persönlichen Anekdoten und detaillierten Einblicken in die libysche Wirtschaft angereichert und vermittelt dem Leser ein umfassendes Verständnis der aktuellen Situation des Landes.
Vorteile:Bietet einen seltenen detaillierten Blick auf die libysche Wirtschaft vor und nach der Revolution.
Nachteile:Der fesselnde Schreibstil verbindet persönliche Anekdoten mit Analysen auf Makroebene.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Libya and the Global Enduring Disorder
Wir leben nicht mehr in einer Welt, die von internationaler Koordination, einem einheitlichen NATO-Block oder einem amerikanischen Hegemon regiert wird. Traditionell führt der Niedergang eines Imperiums zu einer Wiederherstellung des Gleichgewichts der Kräfte durch einen Kampf zwischen rivalisierenden Ordnungssystemen. Doch diese Dynamik ist heute überraschenderweise nicht vorhanden; stattdessen haben die Supermächte zeitweise alle versucht, das zu fördern, was Jason Pack als „anhaltende Unordnung“ bezeichnet.
Er vertritt die Auffassung, dass der anhaltende Konflikt in Libyen - mehr noch als die Bürgerkriege in Jemen, Syrien, Venezuela oder der Ukraine - den idealen Mikrokosmos darstellt, um die wichtigsten Merkmale dieser neuen Ära der Geopolitik zu erkennen. Die Entwicklung des Landes nach dem Sturz Gaddafis wurde durch das völlige Fehlen einer kohärenten internationalen Diplomatie geprägt, während die schrittweise Implosion Libyens zu einer grenzüberschreitenden Ansteckung geführt hat, die globale Institutionen und internationale Partnerschaften weiter untergräbt.
Pack stützt sich auf mehr als zwei Jahrzehnte Forschung in und über Libyen und Syrien, um die kafkaesken Aspekte des heutigen Weltgeschehens aufzuzeigen. Er zeigt, wie selbst die Bedrohungen durch den Arabischen Frühling und die Ermordung des US-Botschafters J. Christopher Stevens in Benghazi keine einheitliche westliche Reaktion hervorrufen konnten. Vielmehr haben sie die globale Zusammenarbeit weiter untergraben und die sich selbst verstärkende Natur der allmählich zusammenbrechenden Weltordnung demonstriert.