
Machiavelli and the Politics of Democratic Innovation
Machiavelli und die Politik der demokratischen Innovation stellt eine detaillierte Neuinterpretation und Rekonstruktion des politischen Denkens von Niccol Machiavelli dar und entwickelt anhand von Originaltexten Machiavellis ein neues theoretisches Modell der demokratischen Praxis. Das Buch stellt bestimmte Konzepte aus Machiavellis Werk kritisch und kreativ einander gegenüber, um neue politische Erkenntnisse zu gewinnen.
Christopher Holman identifiziert zwei einzigartige Ideen in Machiavelli durch seine Neuordnung der machiavellistischen Konzepte. Die erste, die vor allem aus Der Fürst stammt, ist ein Bild des einzelnen Menschen als kreatives Subjekt, das die Äußerung des Begehrens durch politische Gestaltung anstrebt. Das zweite, das vor allem aus den Diskursen über Livius stammt, ist ein Bild der demokratischen Republik als einer Herrschaftsform, in der dieses Verlangen nach kreativem Selbstausdruck universalisiert ist, wobei alle Bürger ihre psychische Ausrichtung auf Innovation durch ihren gleichberechtigten Zugang zu politischen Institutionen und Ordnungen bekräftigen können.
Solche Institutionen und Ordnungen müssen, soweit sie als Medien für den Ausdruck einer grundlegenden menschlichen Kreativität fungieren, so beschaffen sein, dass sie immer wieder hinterfragt und weiterentwickelt werden können. In letzter Instanz wird ein neuer ethischer Grund für die normative Verteidigung des demokratischen Lebens konstruiert, der in der Orientierung der Individuen auf Neuheit und Innovation begründet ist.