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Marco Polo's Le Devisement Du Monde: Narrative Voice, Language and Diversity
Le Devisement du Monde (1298), im Englischen besser, wenn auch ungenau, als Marco Polo's Travels bekannt, ist einer der wenigen mittelalterlichen Texte, die auch heute noch ikonisch für die europäische Kulturgeschichte sind, und Marco Polo ist einer der wenigen mittelalterlichen Schriftsteller, die immer noch einen sofortigen Wiedererkennungswert haben. Dennoch ist man sich der komplexen Geschichte und Entwicklung der Devise kaum bewusst.
Dieses Buch untersucht den Text aus einem neuen, literarischen Blickwinkel und stützt sich dabei auf eine Reihe verschiedener Disziplinen und Ansätze: Philologie, Manuskriptstudien, Narratologie, Kulturgeschichte, postkoloniale Studien und Theorie. Anstatt eine eurozentrische Vision der Welt zu bieten, die auf einem Gefühl der absoluten Andersartigkeit der nichtchristlichen Welt beruht, wie oft behauptet wird, zeigt der Autor, wie das Devisement ein Gefühl für die relative Natur der Differenz vermittelt und Marco auf unheimliche Weise zwischen zwei Welten (Ost und West) positioniert, genauso wie er auf unbeholfene Weise zwischen zwei Sprachen, Französisch und Italienisch, und (zumindest in der modernen Rezeption) auf unbeholfene Weise zwischen zwei Literaturgeschichten positioniert ist.
Der Autor stellt auch traditionelle Darstellungen des Gebrauchs des Französischen außerhalb Frankreichs im Mittelalter in Frage und bietet eine Neubewertung von Marco Polos Position in der Entwicklung der europäischen Reiseschriftstellerei. Simon Gaunt ist Professor für französische Sprache und Literatur am King's College London.