Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 14 Stimmen.
Marginality
"Transzendieren oder im Jenseits leben bedeutet nicht, frei von den zwei verschiedenen Welten zu sein, in denen man existiert, sondern in beiden zu leben, ohne an eine von ihnen gebunden zu sein." - Jung Young Lee schlägt in diesem Werk einen Rahmen vor, der die Entwicklung kontextueller Theologien rechtfertigt und untermauert, ohne selbst dominierend zu werden.
Lee will die Dilemmata der kontextuellen Theologie nicht dadurch lösen, dass er die eine oder andere Gruppe vom Rand ins Zentrum rückt, sondern indem er die Marginalität selbst als zentral neu definiert. Marginalität, so behauptet er, ist nicht nur die Erfahrung, außerhalb der dominanten Gruppe oder zwischen den Gruppen zu stehen, sondern auch "jenseits" - eine ganzheitliche, prozessorientierte Definition, die das katalytische, transformative Potenzial des Lebens am kreativen Knotenpunkt der Welten hervorhebt.
Lees Einsicht in die Marginalität führt ihn direkt zu einem neuen Modell für kontextuelle Theologien, das sich nicht auf die historische Erfahrung, sondern auf das kreative Potenzial konzentriert. In seinen Kapiteln arbeitet er konkret heraus, was ein solcher Begriff kulturell, methodisch und lehrmäßig für eine Bewegung bedeuten kann, die sich dazu bekennt, dem eigentlichen Paradigma der kreativen Marginalität, Jesus Christus, zu folgen.