Bewertung:

Das zweibändige Werk aus der Reihe der Kritischen Kommentare von Eerdmans übertrifft die Erwartungen des Lesers, insbesondere derjenigen, die eine konservative Einstellung zur Heiligen Schrift haben, und bietet dennoch wertvolle Einblicke aus einer breiteren Perspektive. Der Autor schätzt die Tiefe und die Beobachtungen des Kommentars, auch wenn einige der eher liberalen Standpunkte vielleicht nicht bei jedem auf Resonanz stoßen. Der Kommentar ist gut strukturiert, mit einer kurzen, aber effektiven Einführung und einem Stil, der den Leser fesselt. Insgesamt wird er als wertvolle Quelle angesehen, insbesondere für diejenigen, die ihr Verständnis des Textes vertiefen wollen.
Vorteile:⬤ Wertvolle Einsichten und Beobachtungen
⬤ bietet einen reichhaltigen Kommentar, der die Erwartungen übertrifft
⬤ gute Ausgewogenheit zwischen konservativen und breiteren theologischen Perspektiven
⬤ gut strukturiert mit einer prägnanten Einführung
⬤ ansprechender Stil, der das Verständnis des Textes fördert.
⬤ Einige liberale Standpunkte mögen konservativen Lesern nicht gefallen
⬤ die Einleitung und die Fußnoten mögen manchen zu kurz erscheinen
⬤ spezifische Schlussfolgerungen, die auf Quellen beruhen, mögen nicht bei allen Lesern Anklang finden.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Matthew 1-13: The Gospel of Matthew, Vol 1
Was war der ursprüngliche Zweck des Matthäus-Evangeliums? Für wen wurde es geschrieben? In diesem magistralen zweibändigen Kommentar interpretiert Walter Wilson das Matthäusevangelium als ein katechetisches Werk, das die ideologischen und institutionellen Anliegen einer Gruppe unzufriedener jüdischer Anhänger Jesu im späten ersten Jahrhundert nach Christus zum Ausdruck bringt. Wilsons überzeugende These sieht das Matthäusevangelium nicht nur als eine Fortsetzung der biblischen Geschichte, sondern auch als eine didaktische Erzählung, die das Engagement und die Identität einer bestimmten Gruppe prägen sollte, die sich selbst als bedrängte, dissidente Minderheit sah.
So verdeutlicht der Text den wesentlichen jüdischen Charakter Jesu als "Sohn Davids", während er ihn gleichzeitig in Opposition zu prominenten religiösen Führern seiner Zeit - vor allem den Pharisäern - und offen für einen herzlichen Umgang mit Nicht-Juden darstellt. Durch die akribische Beschäftigung mit dem griechischen Text des Evangeliums sowie mit relevanten Primärquellen und Sekundärliteratur bietet Wilson eine Fülle von Einblicken in das erste Buch des Neuen Testaments.
Nach einer Einleitung, die den Hintergrund des Textes, seine Gattung und literarischen Merkmale sowie seine theologische Ausrichtung erforscht, erläutert Wilson jeden Abschnitt des Evangeliums mit einem ausführlichen Kommentar zu der beabsichtigten Botschaft an die Leser des ersten Jahrhunderts zu Themen wie Moral, Liturgie, Mission, Gruppendisziplin und Eschatologie. Wissenschaftler, Studenten, Pastoren und alle Leser, die sich dafür interessieren, was das Matthäusevangelium unter den Synoptikern auszeichnet, werden Wilsons tiefgreifende Kontextualisierung des Textes, die auf seinen jahrelangen Studien des Neuen Testaments und der christlichen Ursprünge beruht, schätzen und davon profitieren.