
Medieval Virginities
Von Jeanne d'Arc bis Britney Spears ist die Figur der Jungfrau Gegenstand eines beträchtlichen wissenschaftlichen und populären Interesses gewesen.
Dabei ist die Jungfräulichkeit selbst ein paradoxer Zustand, sowohl perfekt als auch monströs, präsent und abwesend, oft nur insofern sichtbar, als sie bedroht ist. Medieval Virginities zeichnet einige der spezifischen Erscheinungsformen der Jungfräulichkeit in der spätmittelalterlichen Kultur nach.
Es wird gezeigt, wie die Jungfräulichkeit in medizinischen, juristischen, hagiographischen und historischen Texten dargestellt wird und wie die verführerische, aber gefährliche Figur der Jungfrau die Ziele und Zwecke dieser Texte beeinflusst. Da Jungfräulichkeit so oft als selbstidentisch und ahistorisch angesehen wird, zielt Medieval Virginities darauf ab, ihre verschiedenen Erscheinungsformen zu theoretisieren und zu historisieren und zu zeigen, wie sich Darstellungen und Diskussionen über Jungfräulichkeit kontinuierlich verschieben und verändern. Die Vielfalt der hier vertretenen Themen und Disziplinen zeugt sowohl von der Flüchtigkeit der Jungfräulichkeit als auch von ihrer anhaltenden Attraktivität und Bedeutung.
Medieval Virginities zeigt, wie die der Jungfräulichkeit innewohnende Zweideutigkeit die Probleme, Widersprüche und Diskontinuitäten aufzeigt, die in den mittelalterlichen Ideologien lauern. Das Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für Fragen der Geschlechtsidentität, der Vorstellung vom Körper, der Subjektivität, der Wahrheit und der Darstellung in der mittelalterlichen Kultur interessieren.